Dienstag, 20. November 2012

Melody's Echo Chamber - Melody's Echo Chamber


























Die erste Vorladung (IV)

Personalien:
Hinter dem vermeidlichen Bandnamen Melody's Echo Chamber steckt die 25-jährige Französin Melody Prochet, die, aufgewachsen in der Prevence, mittlerweile in Paris lebt.

Tathergang:
Bei einem Konzert von Tame Impala war Melody Prochet vom Sound der Band so beeindruckt, dass sie deren Mastermind Kevin Parker danach ansprach und ihm  eigene Demos zusteckte. Das eine führte zum anderen und Frau Prochet fand sich mit ihrer Band My Bee's Garden plötzlich im Vorprogramm von Herrn Parker wieder.
Gemeinsamen nahmen sie auch das erste Soloalbum der Französin in Perth, Australien, und Südfrankreich auf, wobei Kevin Parker bei den 11 Titeln nicht nur die Produktion, sondern auch Schlagzeug und Bass übernahm.   

Plädoyer:
"Melody's Echo Chamber" ist ein 45-minütiger, hallender, nur schwer zu fassender und mit verhuschtem Gesang versehener Trip durch Traumlandschaften, der irgendwo zwischen Shoegaze, Ambient, Dreampop und psychedelichem Sixties-Pop entlang geistert. Reinhören sollten hier Menschen, die gerne  Broadcast, Stereolab oder auch Spiritualized mögen oder für ein Mixtape noch ein passendes Album für die zweite Seite zu Tame Impalas "Lonerism" suchen.  

Zeugen:
Die hübschen Melodien, stark vom britischen und französischen Sixties-Pop beeinflusst, sind alle noch da, tatsächlich aber so nachhaltig durch den analogen und digitalen Effektewolf gedreht, dass ein hinreichend bewusstseinserweiterndes Ambiente entstanden ist. Dazu Prochets aus weiter Ferne gehauchter Gesang - nahezu perfekt. Neben eher konventionellen Pop-Songs wie "Cristallized" und "Sometime Alone, Alone" finden sich auf dem Album auch vertrackte Dinge wie "Bisou Magique", durch das eine hypnotische Gitarre geistert, oder das verstörenderweise wie rückwärts abgespielt wirkende "IsThatWhatYouSaid". "Snowcapped Andes Crash" bricht im Mittelteil gar zu einem veritablen Trip durch experimentellen Noise auf - anscheinend waren die Aufnahmesessions ein großer Spaß. Prochet berichtet davon, wie Parker der klassische ausgebildeten Musikerin all sein verwirrendes Equipment ins Studio stellte und zu ihr sagte: Probier' mal was. Der Fuchs. Manches, darunter "You Won't Be Missing That Part Of Me", trägt wabernd, mäandernd, einen allzu deutlichen Tame-Impala-Stempel, letztlich klingen Prochets Experimente in der Echo-Kammer aber um einiges interessanter als der verträumte Neu-Shoegaze von My Bee's Garden. Ein fürwahr magisches Küsschen.
(Spiegel)

Die Französin Melody Prochet (ehemals als My Bee's Garden unterwegs), schöpft bisweilen, da klassisch ausgebildet, aus dem Melodienschatz der Kammermusik, und greift auch gerne mal zum Hall. Und zu vielen anderen Dingen, die ihr vor die Nase gelangen. Ihr gleichnamiges Album könnte somit das letzte bemerkenswerte Lebenszeichen des sogenannten Dream Pops sein. Entstanden ist es zu einem Großteil im nach MacGyver-Manier zusammengebauten Homestudio von Tame Impalas Kevin Parker in Perth. Der ließ sie sich dort überwiegend allein und autodidaktisch ausprobieren, der Schliff, oder hier besser: die Süßung, Abrundung und Wattierung folgte später. So entstand ein Pop-Entwurf mit unterschwelligem psychedelischen Anklang, englisch-französischen Texten und elektronischen Versatzstücken (...)
(Spex)

The combination of fuzzed-out guitars and breathy, girlish vocals is by now an almost devalued musical currency, but this debut, a collaboration from Parisian singer Melody Prochet's and Tame Impala's Kevin Parker, is a dream-pop album with some heft. Crystallised, in particular, kicks into a deeply satisfying psych-rock crunch halfway through - a reverb-heavy, robust foil for Prochet's feathery voice. But for much of the unfocused second half of the album, their sounds stray into Stereolab-lite, especially with the wafty to the point of enervated stylings of Bisou Magique.
(The Guardian)

Indizien und Beweismittel:







Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...

2 Kommentare:

Oliver Peel hat gesagt…

My Bee's Garden hatte ja wieder einmal ich als Erster entdeckt :)

Dirk hat gesagt…

Müsste logischerweise die gleiche Bewertung erhalten wie Tame Impala (6,5), ist aber ein wenig nerviger geraten:

5,5 Punkte