Dienstag, 2. Oktober 2012

Gus Black - Split The Moon

























Letztes Jahr konnte uns Gus Black nicht nur mit seinem Album "The Day I Realized..." erfreuen, sondern er begeisterte seine Fans landauf, landab auch auf seinen Konzerten. Einen besonderen Abend hatten er und seine Mitstreiter wohl am 08. November im Berliner Lido erlebt und da dieser Auftritt dankenswerter Weise von Radioeins mitgeschnitten wurde, liegt er uns nun als Tonträger vor. Dabei ist "Split The Moon" einerseits ein schönes Erinnerungsstück für alle, die an diesem Abend in Berlin (oder während der Tournee an anderen Auftrittsorten anwesend waren), andererseits ein Beleg dafür, was man im umgekehrten Fall verpasst hat. Diesen Fehler kann man nun beheben, indem man sich entweder das Album zulegt oder einen der zehn neuen Konzerttermine (siehe unten) im Oktober/November wahrnimmt.   

"Split The Moon" dokumentiert 15 Titel des Auftritts im Berliner Lido und legt bei der Songauswahl sein Hauptaugenmerk auf die Lieder der "Day"-Trilogie, also die letzten drei Platten von Gus Black, die alle das Wörtchen "Day" im Titel trugen. Zudem werden eine Single-B-Seite ("With You, My Love") sowie mit "Femme Fatale" (The Velvet Underground) und "Will You Still Love Me Tomorrow?" (The Shirelles) zwei, der immer wieder zwischendurch von Gus Black eingebauten Coverversionen angeboten. 

Aber in jeder guten Suppe lässt sich ein Haar finden und hier sind es derer sogar zwei: 1. Leider wird der Applaus nach den einzelnen Titeln recht zügig aus- und wieder eingeblendet, auf Gus Blacks Kommunikation mit dem Publikum wird gänzlich verzichtet. Das beeinträchtigt leider das Hörerlebnis und nimmt leider ein wenig das Live- und Konzert-Gefühl. 2. "Split The Moon" beschränkt sich auf 15 Titel, dabei wurden zum Beispiel beim Konzert im Kölner Blue Shell (und endlich kann ich einmal Olivers obligatorische Frage nach den Live-Qualitäten eines Künstlers beantworten) vier Tage vor dem Auftritt in Berlin 25 Songs zum Besten gegeben. Hier hätte man ruhig noch ein wenig spendabler sein können.     



Für einen Kalifornier war Gus Black ja eigentlich immer schon ein eher düsterer Typ. Nicht menschlich, aber als grüblerischer Songschmied konnte er immer gut mit den Nachschattenseiten des Daseins. Eindrucksvoll demonstrierte er dieses auf der sogenannten "Day"-Trilogie. Dann kam die letzte Tour, deren Berliner Konzert auf der vorliegenden Live-Scheibe eingefangen wurde - und seither liegt die Betonung des oben genannten auf "war ein düsterer Typ". Nicht, dass er hier grundsätzlich andere Töne anschlug als bisher - aber die Präsentation des Materials erfolgte dann geradezu überschwänglich und gut gelaunt. Unterstützt von einer jungen Band und seinen Songwriter-Kollegen HT Heartache und Sam Johnson (die auch das hier nicht dokumentierte Support-Programm bestritten) zeigte sich Gus Black voller Energie und Enthusiasmus. Die Dämonen der Vergangenheit hatte er in die erwähnten Nachtschatten verbannt und ersetzt mit jeder Menge Selbstironie und teils zynischem, schwarzen Humor, den er dann ausgiebig mit dem Publikum teilte, mit dem er sich schlicht auf dieselbe Ebene stellte - im übertragenen und im tatsächlichen Sinne. Davon zeugt dieser Tonträger nun. Und das Beste: Das geht jetzt gleich anschließend mit einer weiteren Tour nahtlos weiter.
(Gästeliste)



Gus Black auf Tour:

30.10.2012 Stuttgart, Universum
31.10.2012 München, Ampere
01.11.2012 Haldern, Haldern Pop Bar
02.11.2012 Bremen, Lagerhaus
03.11.2012 Hamburg, Prinzenbar
04.11.2012 Berlin, Lido
06.11.2012 Dresden, Beatpol
07.11.2012 Halle, Objekt 5
08.11.2012 Köln, Stadtgarten
09.11.2012 Wuppertal, Live Club Barmen



1 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Über dem Jahresdurchschnitt. 8 Punkte