Samstag, 30. Juni 2012

The Smashing Pumpkins - Oceania



























10 Fakten zum neuen Album von The Smashing Pumpkins:

1. Veröffentlichen The Smashing Pumpkins ein neues Album, so muss man erst einmal einen Blick auf die Liste von Billy Corgans (Gesang, Gitarre) momentanen Mitstreitern werfen. Aktuell sind dies: Mike Byrne, der Jimmy Chamberlin am Schlagzeug ersetzt, Nicole Fiorentino in der Rolle der weiblichen Bassistin und Jeff Schroeder (Gitarre), der bereits 2007 nach den Aufnahmen zu „Zeitgeist“ zu Corgan stieß.

2. „Oceania“ ist das siebte Album der Smashing Pumpkins und die erste Veröffentlichung seit „Zeitgeist“ vor 5 Jahren.

3. Die „erste Veröffentlichung“ seit 2007 ist so eigentlich nicht richtig. Denn Corgan betreibt das ambitionierte Projekt „Teargarden By Kaleidyscope“, in dem häppchenweise 44 Titel umsonst übers Internet angeboten werden. „Oceania“ ist Teil dieses Projektes und somit ein „Album im Album“. 

4. Die 13 Titel laufen 60 Minuten und wurden in Corgans eigenem Studio in Chicago aufgenommen. Als Produzent fungierte neben Billy Corgan noch Bjorn Thorsrud. Für den Mix sorgte David Bottrill.

5. Für das Coverfoto sorgte Richard Shay, Sohn  des Künstlers Art Shay.

„Oceania“ ist ein fantastisches Album geworden. Die mit Abstand beste Arbeit Corgans in Jahren (vielleicht auch Jahrzehnten). Vor allem aber auch eines der weitaus spannenderen Rockalben der Zeit. Ein Befreiungsschlag für eine Szene, die drohte, sich im musikalischen H&M-Habitus vieler der aktuellen schwedischen und britischen Protagonisten zu bagatellisieren. Es ist episch und gigantisch (vielleicht auch gigantomanisch) angelegt, dennoch aber in nahezu jedem Moment so wundervoll porös arrangiert, dass Leben, Leid und Liebe es durchfluten. Ob die Gitarren sich in Songs wie „Glissandra“ oder „The Chimera“ zu verzerrten Orchesterwänden anstauen oder im Titelsong vom akustischen Hauch zum zickigen Zwiegespräch steigern, stets gelingt Corgan der Balanceakt zwischen seinem getrieben egomanen Wahnsinn, seinem verschachtelten Anspruch an seine Kunst, und der einfach wunderschönen, pointierten Klangwerdung der wichtigsten Gefühle....
Es ist damit eine verwirrende Vielschichtigkeit, die „Oceanina“ bestimmt: Scheu und doch in großem Ausdruck badend, verspielt und dabei immer konzentriert, vertrackt, verkopft und doch hochgradig emotional. Bei „Violet Rays“ und auch beim wundervoll zerbrechlich pompösen „My Love Is Winter“ wagt Corgan nicht nur für seine Verhältnisse viel Pop (und überzeugt), allenthalben pluckert und schwirrt etwas Elektronik durch die Szenerie. Die janusköpfige Schönheit funktioniert nur durch die inzwischen seltene künstlerische Einheit aus Komponist, Arrangeur und Interpret. Durch Corgans Besessenheit, durch seinen in fast jedem Ton zu spürenden Drang, sich beim Musizieren selbst noch in der Heftigkeit der Gefühle mit anderen zu messen. „I‘ll piss on fucking Radiohead“ sagte er erst jüngst wieder. Die Briten seien ihm zu grußspurig....
(Focus)

6. Als erste Single wurde der Song „The Celestials“ ausgekoppelt. 




7. Hier oder hier hat man die Möglichkeit alle Songs von „Oceania“ vor einer möglichen Kaufentscheidung Probe zu hören. Metacritic weist bei 22 berücksichtigten Kritiken einen Schnitt von 70 / 100 Punkten aus.

The year's most outstanding rock album.
(Boston Phoenix)

Several of those tracks anchor Oceania, which adds up to Corgan's best work since the '90s.
(Chicago Tribune)

Although the band has put an emphasis on slowly releasing single songs, the album feels like its own focused piece, and not just 13 different studio tracks, and Oceania very much sees Corgan and company settling into album, not single, territory.
(Paste Magazine)

8. Zunächst sollte das Album bereits im September 2011 veröffentlicht werden, wurde dann aber auf Juni 2012 verschoben und erscheint nun als CD oder 2LP. Anders als bei „Zeitgeist“ gibt es nicht zahlreiche Versionen mit unterschiedlichen Bonustracks.

9. Billy Corgan möchte nicht nur seine Musik über das Internet verteilen, sondern auch seine Fans in den kreativen Prozess involvieren: Seit Mai läuft eine Aktion für die Fans, in der sie unter dem Titel „Imagine Oceania“ aufgefordert sind eigene Bilder für die einzelnen Songs machen und ins Netz zu stellen. Alles weitere kann man hier erfahren und auch Links zu den entstandenen Kunstwerken finden.




10. Auf ihrer anstehenden Tournee (auch wenn noch keine Deutschland-Termine feststehen) werden The Smashing Pumpkins zunächst „Oceania“ komplett spielen und in einem zweiten Teil ein Best of-Set.


6 Kommentare:

gudrun.thaeter hat gesagt…

Der Hinweis auf den Stream kam mir sehr gelegen. Ich hätte mir die Platte sicher nicht auf Verdacht gekauft aber nach dem durchhören erwäge ich es ernsthaft.

Vielen Dank,
Gudrun

Volker hat gesagt…

Ich habe fast Freudentränen in den Augen. So banal das klingen mag, mit so einem Album habe ich bei Corgan nicht mehr gerechnet. Satte Drums, voluminöse Gitarren, ab und an ein Ansatz von "Adore-Beat". Und dazu Melodien, die sich ins Ohr schrauben. Bestes Album seit eben jenem Adore und nach sehr langer Durststrecke ein Wiederfinden alter Stärke.

8,5

Ingo hat gesagt…

Ich habe auch fast Freudentränen in den Augen... mal wieder eine Übereinstimmung mit Volker! ;-) 8,5 Punkte

Volker hat gesagt…

Yeah

Dirk hat gesagt…

Besser als zuletzt, bombastisch auch, aber große Melodien?

6,5 Punkte

Michael hat gesagt…

Wer die alten latten kennt und liebt, der kann einfach nicht mehr unkte geben (abe zumindest ist es besser als das letzte ALbum):

6,5 Punkte