Donnerstag, 21. Juni 2012

A Place To Bury Strangers - Worship


























Und auch A Place To Bury Strangers präsentieren diesen Monat mit "Worship" ihr drittes Album. Im Gegensatz zu den Crocodiles ist aber ein Schwinden des Noise-Faktors und ein Abflauen der Verzerrungen und Rückkopplungen nicht zu vernehmen. 
"Worship" ist die konsequente Fortführung von "Exploding Head" und versteckt unter dem lauten, aggressiven und brachialen Gitarrenkrach Anklänge von Shoegaze, Krautrock und Gothic. Die New Yorker Oliver Ackermann (Gesang, Gitarre), Dion Lunadon (Bass) und Jay Space (Schlagzeug) malträtieren die Gehörgänge, als ob The Jesus & Mary Chain schlecht gelaunt wären, richtig schlecht gelaunt.    



Bereits die ersten Töne des Openers “Alone” betäuben sämtliche Sinne. Unheimlich laut und beißend produziert, schneidet der Song durch die Boxen mit allerlei Soundeffekten, einem manischen Basslauf und Oliver Ackermanns herrlich egal vorgetragenen Vocals. Die potentiellen Hits, wenn man das denn sagen kann, sind schnell gefunden: “You Are The One”, ebenso als Single erhältlich, übt sich in Zurückhaltung, lässt jedoch im Refrain Cure-artige Distortion aufmarschieren, während die Grundstimmung an Interpol auf Industrial erinnert. In “Fear” üben sich die New Yorker über weite Strecken in betontem Minimalismus, lassen sogar eine gewisse musikalische Seele, ein sanftmütiges Äußeres durchscheinen, während “And I’m Up” klassischem Garage- und College-Rock überraschend nahe kommt.
Einfacher sind A Place To Bury Strangers auch auf ihrem dritten Album nicht geworden, auch wenn das Inspirationsfeld merklich verkleinert wurde. “Dissolved” als klassischer Post Punk-Track und das schwer greifbare Noise-Bombardement “Why I Can’t Cry Anymore” sprechen, Rücken an Rücken, Bände für die Komplexität von “Worship”. Die New Yorker verstärken ihren Drahtseilakt, leisten sich im Titeltrack und dem planlos vor sich hin plätschernden “Slide” sogar ungewohnte Aussetzer, bewegen sich ins Nirgendwo. Freilich meckert man hier immer noch auf hohem Niveau, denn selbst wenn die beiden Vorgänger besser gewesen sein mögen, wirken die verstärkte Düsternis und die gelegentlichen Ansätze von echten Pop-Momenten wie eine echte Bereicherung für den Sound von A Place To Bury Strangers. Man muss nur noch das optimale Mischungsverhältnis austüfteln.
(Beatblogger)



4 Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Neue Gerichtstermine mit The xx, Muse, Menomena, Grizzly Bear, Bat For Lashes, Foals, Wild Nothing, Madsen und Jens Lekman.

Volker hat gesagt…

Hab ich bei Ida Long was von Nervfaktor geschrieben. Da hatte ich das hier noch nicht gehört

3 Punkte

Ingo hat gesagt…

Lass' sie "richtig schlecht gelaunt" klingen. Das klingt für mich "richtig gut". 9 Punkte

Dirk hat gesagt…

Schrille Schönheit.

7,5 Punkte