Samstag, 9. Juni 2012

Niki And The Dove - Instinct


























Die erste Vorladung (III)


Personalien:
Das Elektropop-Duo Niki And The Dove stammt aus Stockholm und besteht aus Malin Dahlström (Gesang) und Gustaf Karlöf (Keyboards). 
Bei Konzerten werden sie zusätzlich von Schlagzeuger Magnus Böqvist unterstützt.

Tathergang:
Niki And The Dove gründeten sich 2010 und veröffentlichten im Herbst ihre erste Single "DJ Ease My Mind" über das englische Indie-Label Moshi Moshi. Über das US-Label Sub-Pop erschien die zweite Single "The Fox" im Mai 2011 und Europa sah mit der "The Drummer" EP (Mercury) im Oktober letzten Jahres eine erste Veröffentlichung. Im Dezember 2011 tauchten sie dann auf der Sound of 2012 Liste der BBc auf und landeten auf Platz 5.

Plädoyer:
"Instinct" verbindet den rhythmischen Elektro-Pop, wie er in den letzten Jahren häufiger aus Schweden (bzw. Island) kam (Lykke Li, Robyn, Fever Ray, Björk), mit glitzerndem 80er Jahre (Synthie-)Pop (Laura Branigan, Kate Bush, Fleetwood Mac, Enya, Pat Benatar, aber auch Prince und David Bowie).    

Zeugen:
Vielleicht ist das Land deshalb ein Eldorado des Pop in seiner musikalischen Quintessenz: Als geschmeidiges Beieinander vieler Versatzstücke argloser Stile. Während nebenan, in Finnland, wüster Heavy Metal entsteht, und weiter westlich eher Norwegens Fjorde besungen werden, ist Schweden Pop, und Pop ist Schweden, und Niki & The Dove ist schwedischer Pop par excellence. Wie aus dem Versandhauskatalog.
Um nicht missverstanden zu werden: Instinct, das Debütalbum der Sängerin Malin Dahlstrom und ihres Masterminds Gustav Karlof ist ein gelungenes Stück elektrolastiger Exegese – angenehm zu hören, nie richtig langweilig, nie richtig überdreht, recht lässig zwischen den Extremen mäandernd, ein ruhiger, nicht unbewegter Fluss. Wie Bottnische Meerbusen. Flut und Ebbe im Einklang.
Die britische Kritikinstanz New Musical Express sieht Parallelen zu Prince, Kate Bush, Fleetwood Mac und meint das freundlich, während der Independent eine Björk-beeinflusste Farbigkeit lobt. Die Urteile sind einhellig: besonders, brillant, interessant.
Das Geheimnis von Niki & The Doves ist also eine Art getragener Melancholie, die sich mit dem digital modernisierten Geist der Achtziger und ihrer Synthiepeitschen, Orgelteppiche, Durchhaltechoräle in eine positive Zwischenstimmung frickelt, bis aus dem orchestralen Wave über Malin Dahlströms getragene Stimme hinweg schwungvolle Retro-Disco wird. Passenderweise heißt das Auftaktstück DJ Ease My Mind und schleppt seine anfängliche Düsternis mit treibender Bassdrum auf den Dancefloor und zurück.
(Zeit)

Karlöf and Dahlström toss the likes of Laura Branigan, Bonnie Tyler, and Bananarama into the cauldron and come up with something weird and irresistible. The oddest track, “The Gentle Roar,” happens to be my favorite. Its chorus sounds like “Cruel Summer” sung into a yawning, paleolithic cavern. Spare and spooky, filled with whispered incantations and skeletal beats, the song, like much of Instinct, is about fear. In this case, it is the crippling anxiety of a still-supernatural world. Superstition passes through generations like a curse. But so do the rituals (“make a cross on your doorstep”) that provide protection against unknowable dangers.
Distress is also at the center of “The Drummer,” a woozy New Wave number. Dahlström’s booming heart is the titular percussionist, its every thump the surest proof of her existence (cleverly turning Descartes’ famous postulation, “I think, therefore I am,” on its head). Though its themes can be dark and mystical, Instinct sounds like a rattling, synth-driven celebration. “Somebody” recalls early Prince rave-ups and “In Our Eyes” brings to mind witchy Stevie Nicks dance songs like “Edge of Seventeen.” “Mother Protect” and “Tomorrow” are sagas, colossal in sound and sentiment. Only “DJ, Ease My Mind,” an early Niki & the Dove song, sounds uncharacteristically ordinary. Still, it’s pretty terrific.
Instinct took Niki & the Dove over two years to make, and the effort shows. Most of these songs have previously appeared as singles or on EPs. Karlöf and Dahlström carefully culled and refined those releases, and in so doing, have crafted a striking debut. Though we may be familiar with its individual ingredients, Instinct is a potion of loopy mysticism and pop grandeur that tastes thrillingly new.
(Pretty Much Amazing)

Indizien und Beweismittel:









Ortstermine:
23.06.12 Frankfurt, Lüften Festival
14.07.12 Gräfenhainchen, Melt Festival
11.08.12 Hamburg, Dockville

Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...

3 Kommentare:

Volker hat gesagt…

Ich kenne bisher nur "Tomorrow" und mag mir hier durch Reinhören die Vorfreude gar nicht nehmen ;-)

Dirk möchtest du die neue Hot Chip Doppel-LP (oder sonst jemand), hab die wieder mal doppelt?

Ingo hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Kate Bush gefangen im Ethno-Tribal-Pop. "DJ Ease My Mind" rettet es aber noch auf

5 Punkte