Donnerstag, 14. Juni 2012

Lower Dens - Nootropics



























Die erste Vorladung (VII)


Personalien:
Die aus Baltimore stammende Jana Hunter steht den Lower Dens, zu denen auch noch William Adams (Gitarre), Geoffrey Graham (Bass), Nate Nelson (Schlagzeug) und neuerdings Carter Tanton (Keyboards) zählen, vor.

Tathergang:
2005 veröffentlichte sie ihr Soloalbum "Blank Unstaring Heirs Of Doom" auf Gnomonsong, dem Label von Devendra Banhart und Andy Cabic (Vetiver). Dort erschien 2010 auch "Twin-Hand Movement", das Debüt der Lower Dens.
Der Nachfolger "Nootropics" erscheint nun über Domino Records (Ribbon Music). Der Albumtitel ist ein nicht eindeutig definierter Begriff (Nootropikum), der unterschiedliche Substanzen beschreibt, die eine vorteilhafte Wirkung auf das zentrale Nervensystem haben sollen und auch als "Gehirndoping-Mittel" oder "intelligente Drogen" ("smart drugs") bezeichnet werden. 

Plädoyer:
"Nootropics" liefert monotone Instrumentierung, entschleunigte Rhythmen, repetitive Strukturen und Jana Hunters androgynenen Gesang in krautrockigem Dreampop oder sphärisch-psychedelischem Drone-Pop für Freunde von Beach House, Wild Nothings und Deerhunter. "Gehirndoping-Mittel" braucht man nicht, damit sich die hypnotische Wirkung dieser Platte entfalten kann, aber reichlich Zeit.

Zeugen:

Der monolithische Opener »Alphabet Song« spinnt die Traumwolken in Richtung Transhumanismus – es geht um die Veränderung der menschlichen Sinne durch den Einsatz von Technik, um die Erweiterung des Intellektuellen, Psychischen und Physischen. Drums, Synthesizer und Bass setzen nacheinander ein, während die sich hinter einer sachte aufbauenden Wall-Of-Sound-Mauer körperlos versteckende Stimme von Sängerin Jana Hunter schwer rezitierbare Prosa singt. Es ist, als ob man Musik dabei zuhört, wie sie versucht, ein Bild zu sein. Der Track erreicht eine Klimax, ohne dass sich das Ohr merken würde, welche Melodien es vernommen hat.
Schwer zugänglich gibt sich auch die Single »Brains«: Keine Hooks und kein Vers-Chorus-Vers Schema belästigen die Hörgewohnheiten mit Dingen wie Songstruktur oder Radio-Airplay-Tauglichkeit. Stattdessen führen uns Lower Dens mit geometrisch wirkenden, elektrisch verzerrten Drumcomputer-Rhythmen in die Disco des Todes. Die Demontage von Pop-Konstruktionen setzt sich in den Tracks »Stem« und »Propagation« konsequent fort, während »Lamb« einen kleinen Schritt in die Sonne wagt. Hier klingt das Quartett gar nicht mehr so kalt und abstrakt. Teils erinnert »Nootropics« mit seinen langgezogenen, schwelgerischen Melodiebögen an jene Art von Transzendenz-Pop, wie ihn Gruppen wie Beachhouse, Best Coast oder Wild Nothing schon länger zelebrieren – eine Fassade, die auch Lower Dens sehr gut steht.
(The Gap)

How Hunter reconciles this with licensing a song to Exxon isn’t clear lyrically. Her voice is too far away in the mix – a mood-maker rather than a point-maker. Maybe, though, it encouraged the self-flagellation that bruises much of Nootropics. Lower Dens have a sound that places them in the same dreamy but bleak hinterland inhabited by ghoul-chasers Deerhunter and Timber Timbre – only Hunter swaps Badalamenti’s twang and dreadheart blues for an icy, near-derelict soundscape of skeletal indie-rock and, this time out, the Autobahn chug of Krautrock.
The hallucinatory effect prevails. The instrumental Lion in Winter, Pt. 1 is a disquieting passage of frosty drones; the groovesome Lion in Winter Pt. 2 is a lo-fi Kraftwerk wreathed in star-bright guitars and minor keys; In the End is the Beginning isn’t so much a curtain-closer as a grimly foreboding fade-out. Adding electronics to an already complex equation might suggest angular songs but these are sleek soothing balms sombrely and meticulously crafted to usher the listener in.
And this come-hither intimacy perhaps tells us that the band’s painful line-up changes inspired the record more than grand ideas of transhumanism. The everyday is just fine when it sounds this strange.
(BBC)


Indizien und Beweismittel:





Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...

4 Kommentare:

E. hat gesagt…

7

Ingo hat gesagt…

Leichter zu bewerten als einzuordnen. 7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Für meinen Geschmack zu monoton.

6 Punkte

Julia hat gesagt…

7 Punkte