Samstag, 28. April 2012

Die Ärzte - auch




























Das zwölfte Studioalbum von Die Ärzte kommt nicht nur wieder einmal in einer ungewöhnlichen Verpackung daher (Pappschachtel, ausklappbares Booklet dient als Gesellschaftsspiel, CD stellt das dazugehörige Drehrad dar), sondern leistet sich auch den Luxus, dass zu jedem Song gleich 2 Videos existieren: Zum einen ein animierter Clip, zum anderen eine Video, dass Farin, Bela und Rod beim Spielen zeigt. (Und als wäre das nicht genug, gibt es auch zu jeder Single-B-Seite ein Video.) Das Produzententeam ist neu, der Grafiker ebenfalls und die Anzahl der beigesteuerten Songs wird unter Farin (6), Bela (5) und Rod (5) gerecht verteilt. Zumindest fast.


Ist das noch Punkrock?




Dirk: „Fick dich und deine Schwester“ – das sind die ersten Wörter von „Ist das noch Punkrock“ und „Ist das noch Punkrock“ wird sicherlich ein DÄ-Klassiker...

Ursula: Hatte bei dem Titel eigentlich erwartet, dass es um die Zerstörung der Jugendideale durchs Älterwerden geht, aber anscheinend sind die Frauen schuld. OK-es Ärzte-Lied. Besser als die Single.

Ingo: Für Ärzte-Verhältnisse ist der Song „relativ Punkrock“. Erinnert mich an ca. 5 ältere Ärzte-Songs. Aber mit den begrenzten Mitteln der Band ist die Anzahl der möglichen Variationen erstens begrenzt und zweitens bereits fast erschöpft. 

Axel: Schöner Opener! Erinnert mich an die ganz alten Gabi-und-Uwe-Lieder und schenkt der Popmusik den schönen Reim „Coolnessfaktor - Gartentraktor“.


Bettmagnet




Dirk: Ein typischer Bela-Song, klingt wie tausendmal gehört.

Ursula: Ich weiß nicht, was an im Bett fernsehen und viele Dinge essen Zeitverschwendung sein soll! Besser als die Single.

Ingo: Erinnert an fast alle anderen Bela-Songs. Ich glaube ich mag Farin und Rod lieber als Bela. Selbst für Ärzte-Verhältnisse ist der Song nicht Punkrock. Soll der weibliche Gesangspart gar Pop sein?

Axel: Das fliegende Spaghettimonster im Video ist deutlich besser als der Text. Musik ok.


Sohn der Leere




Dirk: Das Video ist gespickt mit Anspielungen an frühere Ärzte-Songs, und der erste der 5 Rod-Songs ist auch nicht schlecht, aber...

Ursula: ... was singt er da bloß? Bin ich taub oder kann man den Text nicht verstehen? Besser als die Single.

Ingo: Das ist kein Punkrock. Aber für Ärzte-Verhältnisse klingt der Song irgendwie überraschend. Ich mag Rod definitiv lieber als Bela. Vielleicht klingt der Song ja nach einem Rainbirds-Titel. Nein, auch nicht. 

Axel: Schönes Video mit viel Liebe zum Detail - bis hin zu Grace Kellys Grabstein. Musik ok. 


TCR




Ursula: Selbstrechtfertigung für die  Existenz der Ärzte? Was heißt denn nun TCR? Egal, sehr lustig und viel besser als die Single.

Dirk: Die Ärzte sind zuständig für Rock = Take Care of Rock. Aber diese Gitarrensolos...!

Ingo: Der in dieser Reihenfolge typischste Ärzte-Song bislang. Ein typischer Punkpop-Song der Ärzte halt. Bis zu den Gitarrensolos, die auch Dirk erwähnt…

Axel: Noch mehr Wühlen in der Bandgeschichte, von der FSK bis zu den Bruchteile von Sekunden aufblitzenden alten Songtiteln und dem Ende... Ganz sicher wird gerade dieses Stück live sensationell!


Das darfst du




Dirk: Bela im Video als MacGyver, aber einen tollen Song hat er sich trotz Twang-Gitarren und Glöckchen nicht zusammengezimmert. 

Ursula: Irgendetwas hat Dirk gegen Bela. Ich bin ja Bela-Fan, aber viel gibt dieses Lied wirklich nicht her. Wann kommt eigentlich die Single?

Ingo: Ursula ist Bela-Fan? Wegen oder trotz seiner Songs? Der Song klingt, also würde ein Schlagzeuger mit Gewalt… Ich mag ja bekanntlich Farin und Rod lieber. 

Axel: Für einen Bela-Song doch ganz gut.


Tamagotchi




Ursula: Speaken reimt sich auf Küken, ahja. Und: Wer schreibt denn im Jahr 2012 ein Lied über ein Tamagotchi??

Dirk: Rod. Und diese Keyboards im Videospiel-Sound erinnern mich nervig an Liquidos „Narcotic“.

Ingo: Topaktueller Song. Ich denke täglich an Tamagotchis, wenn ich Leute mit ihren Smartphones sehe. Manchmal finde ich Farin blöd. Ich weiß nicht ob die Keyboards oder die Soundeffekte des Videos mehr nerven. 

Axel: Für einen Rod-Song doch ganz ok.


M&F




Dirk: Ich bin ja Farin-Fan, das wird die zweite Single und endlich haben wir im Refrain ein deutsches "Boys & Girls"-Äquivalent.

Ursula: So klingt das also, wenn Farin beim Songschreiben von Boney M. und Dschingis Khan beeinflusst wird. Witzig. Besser als die erste Single.

Ingo: Der britischste Song des Albums. Manchmal mag ich Farin. Bela selten. Rod ist mir häufig egal. Dirks Blur-Vergleich möchte ich noch eine Kaiser Chiefs-Referenz anfügen. Ursulas Dschingis Khan-Bemerkung kann ich auch nicht unter den Teppich kehren. Aber wie gesagt, bei der begrenzten Anzahl der Möglichkeiten der Ärzte müssen sie eben auch auf andere Quellen zurückgreifen. Definitiv einer der besseren Songs auf dem Album. 

Axel: Ein Höhepunkt des Albums, der hoffentlich kein Kegelausflugsmitgrölhit wird wie „Ein Schwein namens Männer“.


Freundschaft ist Kunst




Dirk: Wie man die Zeile „Ich häng’ mit Künstlern 'rum“ auf 4 Minuten ausdehnen kann...

Ursula: Wie soll ich denn jetzt den Bela verteidigen, wenn seine Beiträge zu diesem Album bislang wirklich alle eher mau sind?

Ingo: Egal ob ich Bela mag. Der Song ist weder Punkrock noch gut. Ich glaube ich mag Bela besonders nicht wegen seines Songs mit Charlotte Roche. 

Axel: Bela-Durchschnitt, immerhin ohne Vampire.


Angekumpelt




Ursula: Rod mag mit irgendjemand nicht befreundet sein. Und reimt nach wie vor abenteuerlich (adden – Armageddon). Geht in Ordnung, auf jeden Fall besser als „Tamagotchi“.

Dirk: „Angekumpelt“ taucht eher im Duden auf, als in meiner DÄ-Lieblingslieder Top 100. „Quadrophenia“ von der "zeiDverschwÄndung“ EP wäre eine viel bessere Wahl gewesen.

Ingo: Ui, ein Queen-Gitarren-Solo für Castingshow-Teilnehmer. Ansonsten ein passabler Ärzte-Song. Kein Punkrock. Aber mehr Punkock als die bisherigen Bela-Songs des Albums. 

Axel: Für Rod doch ganz gut. 


Waldspaziergang mit Folgen




Dirk: Farin als Ketzter. Weiß doch jeder: Es gibt nur einen Gott - FarinBelaRod. Ganz selten trifft man auf Titel, bei denen der Refrain schwächer ist als die Strophe. Dieses ist – auch Dank dieser funky RHCP-Gitarre – ein solcher.

Ursula: Farins letzter Urlaub war wohl in den Siebzigern. Am besten gefällt mir die Winkekatze im Video.

Ingo: Ich mag Farin ja lieber als Bela. Aber der Song kostet wegen des von Dirk bereits hinreichend gewürdigten Refrains Punkte und ist keine Bereicherung für diese Welt. Also nicht für meine…

Axel: Für einen Farin-Song aber wirklich schlecht. Tiefpunkt des Albums?!


Fiasko




Dirk: „Massive Aphasie“ – Farin erweitert wieder einmal den Wortschatz seiner Fans. Ein Album-Highlight.

Ursula: Dem kann ich nur zustimmen. Wäre das nur die erste Single geworden.

Ingo: In meinen Ohren kein typischer Ärzte-Song. Ein wenig Punkrock ist das schon. Und ich stimme Dirk und Ursula zu: Bislang das Highlight auf dem Album. Ich mag Farin lieber als Bela. 

Axel: Der dritte wirklich gelungen Song des Albums – 3:0:0 für Farin. 


Miststück




Dirk: „El Cattivo“ trifft Tarantino. Nur nicht so gut.

Ursula: Bei so vielen Katzengeräuschen hatte das Lied bei mir ja eigentlich ein leichtes Spiel. Ist aber leider trotzdem doof.

Ingo: Das ist keine Cover-Version des Megaherz-Songs. Ich mag Bela nicht besonders. Und bekanntlich sind die Mittel der Band begrenzt. Merkt man ja auch an den Videos zu diesem Album. Werden die Singles eigentlich durch bessere Videos unterstützt?

Axel: Geht so. Vielleicht waren die Vampire doch inspirierender als Katzen. 


Das finde ich gut




Dirk: Dem Titel würde ich gerne zustimmen, aber leider hat der Song wohl nur den Weg auf das Album gefunden, da jeder Arzt 5 Titel beisteuern sollte.

Ursula: So schlecht finde ich’s gar nicht – auf jeden Fall besser als die Single. Und „Tamagotchi“. Und die Animation war doch sehr gelungen.

Ingo: „Es gibt kein ‚schlecht‘…“ heißt es im Text. In dem Sinn ist der Song wunderbar ironisch… aber bestimmt kein Punkrock. Gibt es eigentlich bald mal ein Rainbirds-Comeback?

Axel: Für Rod doch ganz gut. Und das Video ist eines der besten.


Cpt. Metal




Dirk: Großartig! Ich will ein Cpt. Metal Superhelden-T-Shirt!

Ursula: Für Superhelden aller Art bin ich ja immer zu haben.

Ingo: Der Text lässt mich aufhorchen. Fast Punkrock und das durch Metal-Einsatz. Vielleicht mein Lieblingssong auf dem neuen Album. 

Axel: „Radio brennt“ in Metal fürs 21. Jahrhundert. 4:0:0.


Die Hard




Dirk: Ui, „auch“ wird gegen Ende reichlich heavy...

Ursula: ... aber das ist nicht halb so gut wie „Cpt. Metal“.

Ingo: Ich stimme Ursula zu: „Cpt. Metal“ ist besser. Vielleicht ist „Die hard“ mein drittliebster Song auf „auch“. Ich mag Rod lieber als Bela. Meistens.

Axel: Ganz gutes Lied, gutes Video. 


zeiDverschwÄndung




Dirk: Wie geht das: Text gut, Video gut, Lied doof? Seit wann kommt die Vorab-Single von Bela? Bitte bitte daraus keine Regel werden lassen!

Ursula: Ja, inhaltlich, gerade für eine Comeback-Single, ja durchaus witzig, aber die Melodie ist einfach stumpfsinnig.

Ingo: Das ist die Single? Nun ja, mutig sind die Ärzte ja… Eigentlich mag ich Bela und Farin und Rod ja ganz gerne. Natürlich ist das kein Punkrock mehr. War es das mal?
Dirk hat mich mit einem Trick dazu gebracht, das Album anzuhören. Macht ja nichts. Echte Zeitverschwendung wäre es gewesen, hätte ich stattdessen TV geschaut. Da endet gerade ein Film mit Veronica Ferres. Selbst der schlechteste Bela-Song…

Axel: Wieso Comeback-Single? Habe ich was verpasst?? Und wer hat hier was gegen ungewöhnliche Singles? „Yoko Ono“ war doch auch prima, besonders das Video. 
Fazit: Sicher nicht eines der fünf besten DÄ-Alben. (Aber welche sind das eigentlich?!) Aber auch keins der fünf schlechtesten!


9 Kommentare:

aXel hat gesagt…

Um meine Frage nach den fünf besten Ärzte-Alben selbst zu beantworten:
5. Jazz ist anders
4. Im Schatten der Ärzte
3. Debil
2. Das ist nicht die ganze Wahrheit
1. Die Ärzte

Früher war anscheinend schon alles besser... Und ich denke mal darüber nach, ob es "Die Ärzte" trotz oder wegen "Jenseits von Eden" auf Platz 1 geschafft hat...

Dirk hat gesagt…

Jetzt möchte ich aber auch wissen, wie du die 5 schlechtesten Ärzte-Platten zusammenstellst, ohne "auch"...

Das Trio hat gesagt…

Der Großteil der Songs ist ja wirklich ziemlich langweilig. Und die Effekte aus den Videos helfen da auch nicht gerade.

Mal schauen, ob das neue Hosen-Album auch so lahm wird. Die Vorab-Single lässt schlimmstes vermuten...

aXel hat gesagt…

Ok, Dirk:

12. Planet Punk
11. 13
10. Spendierhosen
9. Mist, du hast Recht - hier steht "auch"!
8. Le Frisur
7. Geräusch
6. Bestie

Die neue Hosen-Single hat mich anscheinend ganz aus dem Konzept gebracht, so lahm, wie die ist.

Ingo hat gesagt…

6 Punkte

Volker hat gesagt…

Ich bin eigentlich ganz positiv überrascht, muss aber sagen, und traue es mich kaum, die andere deutsche Jubiläumsband des laufenden Jahres, hat ihr aktuelles Album noch besser hinbekommen.

6,5

Dirk hat gesagt…

Schöngehört.

7 Punkte

aXel hat gesagt…

7.5 Punkte

U. hat gesagt…

Nicht schön gehört: 6 Punkte.