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Samstag, 31. März 2012

Miike Snow - Happy To You
Dirk Samstag, 31. März 2012 3 Kommentare


























Spätestens mit dem Erscheinen des zweiten Albums von Miike Snow ist klar, dass aus dem Projekt der beiden schwedischen Produzenten Christian Karlsson und Pontus Winnber, die als Bloodshy & Avant auch schon für Britney Spears, Madonna, Sugababes oder Jennifer Lopez arbeiteten, und dem US-amerikanischen Sänger Andrew Wyatt mittlerweile eine richtige Band geworden ist.

Spätestens mit dem Erscheinen des zweiten Albums von Miike Snow ist aber auch klar, dass die Qualität des Debütalbums nicht erreicht werden konnte. Ihr Maskottchen haben sie noch, der gefundenen Sound wurde beibehalten und gelegentlich verfeinert (Bläser und Streicher!), nur die großartigen Melodien gingen irgendwo verloren. Das ließen die beiden ersten Singles "Paddling Out" und "The Wave" bereits befürchten, denn an "Animal" oder "Black & Blue" reichten diese nicht heran.
Doch mit "Happy To You" kann man durchaus Spaß haben, dabei helfen Songs wie "Devil's Work", Lykke Li, die hier als Gastsängerin auftritt ("Black Tin Box") und die Bonus Tracks ("Garden", "No Starry World") und zahlreichen Remixe, die es auf der Special Edition zu entdecken gilt. Und bis zum neuen Album von Hot Chip dauert es ja nicht mehr all zu lang.   


Miike Snow - Paddling Out from Furlined on Vimeo.


Miike Snow - The Wave from Furlined on Vimeo.


Ideen haben sie wirklich. Etwa die, eine Snare-Drum zu loopen, die wie die in einer Militärkapelle klingt. Sie wird dann mit ausgelassenem Pfeifen, einer Stimme wie der von Morten Harket und unwirschen Elektro-Anwandlungen verbunden. Ungewöhnliche Trommelsounds und Beats hört man zuhauf, entweder in Form von nachgeahmten Peitschenschlägen oder von schweren Tribal-Hieben wie bei Kate Bush oder Peter Gabriel. Blasmusik-Effekte kommen vor, auch der Vocoder-Gesang von Nu Shooz. Miike Snow haben bestimmt unzählige Geräusche auf der Festplatte gespeichert, aber sie sind bei aller Bastelei auch daran interessiert, dass es am Ende Popmusik bleibt. Ein sicherer Nachfolgekandidat für den Hit „Animal“ ist „Paddling Out“ mit einer sehr einprägsam aufgesagten Titelzeile. Auch „Archipelago“ hat Chancen, häufig gehört zu werden. Man versteht auf jeden Fall, dass die beiden Kerle von Bloodshy & Avant zu zwei Dritteln hinter dieser Band stehen. Sie haben schon Britney Spears mit dem besten und ungewöhnlichsten Track ihrer Karriere versorgt („Toxic“ – falls es da Zweifel gibt). Auch hier präsentieren sie sich wie echte Think-Tanks, die wissen, was man tun muss, damit es sich etwas außer der Reihe anhört.
(musikexpress.de)


3 Kommentare

Ingo Donnerstag, 26 April, 2012

So langgezogen und unnötig wie ein zweites "I" in "Mike". 5,5 Punkte

Dirk Freitag, 12 Oktober, 2012

Nicht so gut wie das Debüt, dennoch:

7,5 Punkte

U. Sonntag, 30 Dezember, 2012

6,5 Punkte.