Samstag, 17. März 2012

Dodgy - Stand Upright In A Cool Place


























Comebacks, auf die die Welt gewartet hat, oder? (III)

Dodgy gründeten sich 1990 Hounslow, London. Nigel Clark (Gesang, Gitarre), Matthew Priest (Schlagzeug) und Andy Miller (Bass) erreichten in ihrer englischen Heimat mit dem Album "Free Peace Sweet" (1996) die Top 10 der Charts (#7) und verkauften insgesamt über 1 Million Platten. Mit "Good Enough" landeten sie auf dem 4. Platz der Single-Charts, "In A Room" und "If You're Thinking Of Me" scheiterten knapp an den Top 10 im Vereinigten Königreich.
2002 sollte nach 4 Alben das Ende von Dodgy kommen. Andy Miller nutzte 1996 seinen Ruhm und hatte eine Beziehung zu Denise van Outen, einer bekannten englischen Schauspielerin und Moderatorin. Ansonsten war es sehr still um die drei Bandmitglieder von Dodgy.

Nach einigen Reunion-Konzerten in den letzten Jahren gibt es nach fast 11 Jahren nun mit "Stand Upright In A Cool Place" wieder ein neues Album der Band, das in seiner limitierten Version gleich mit Bonus-CD (7 Titel) erscheint. Produziert wurde die Platte von Matt Pence, der auch bereits für Midlake, Yuck oder The Breeders arbeitete und selbst bei Centro-matic und South San Gabriel musiziert.

Dass Dodgy schon immer mehr der Sonne als dem verregneten englischen Wetter zugetan waren, zeigten fröhliche Sommer-Hits wie "Staying Out For The Summer" und aktuell das Plattencover. Und so ist es nur folgerichtig, dass sie sich auch musikalisch in sonnigere Gefilde begeben und so klingen, als wären sie dem Kalifornien der 60er und 70er Jahre entsprungen. Entspannter West Coast-Pop inklusive Harmoniegesang und Gitarrensolo in nahezu jedem Song. Musik für alte Männer, die ansonsten Crosby, Stills & Nash, The Hollies oder - ganz hip - Fleet Foxes präferieren. Für mich gewinnen plötzlich das neue Cast-Album bzw. die alten Dodgy-Platten ungemein dazu.

Man darf gespannt sein, wer das wirklich hören möchte.




Der NME mag die Platte nicht (4/10 Punkten):
(...) but ‘Stand Upright…’, with its heavy accent on country flavours and gentle pastoralia, is an apologetic shrug back into the spotlight. Only on the thundering ‘Raggedstone Hill’ do they visit former glories. Sadly, it’s possible to forget the rest of it while you are actually listening to it.

The Guardian, Mojo und The Independent vergeben jedoch doppelt so viele Punkte:
(...) playing winsome folk-rock harmonies of an American flavour, imbued with a gentle melancholy and the warmth of hard-won experience.

Ageing seems to suit the trio: "Shadows" and "Did It Have to Be This Way?" sketch the regret and solace of separation with the kind of lived-in honesty their younger selves might have blustered through less convincingly, while the transatlantic references – the Tim Hardin quote in "Back of You", the lap steel streaking "We Try" – have a beguiling, unforced grace.

Honed to perfection by Midlake's mixer Matt Pence, the album fits in alongside the revitalised Laurel Canyon sound.


5 Kommentare:

Björn hat gesagt…

Tja, das ist der Vorteil des Älterwerdens...der Geschmack wird immer feiner und ausgereifter -wenn auch nicht bei jedem. Eine große Portion Mitleid daher auch an all diejenigen, die immer noch in den 90ern herumirren und deren einziger Bezug zur heutigen Zeit vielleicht darin besteht, in Liam Gallagher's "Pretty Green"-Klamotten durch die Gegend zu latschen.
Alle anderen sind mit diesem Dodgy-Album jedenfalls sehr gut bedient, zeigt es doch eine m.E. interessante Weiterentwicklung, die diese Band genommen hat.

Dirk hat gesagt…

Skandal! Ich werde gestalkt!
Oder woher hat dieser Björn seine Informationen bezüglich meiner Kleidung??

Ingo hat gesagt…

7 Punkte

Volker hat gesagt…

Wunderbar entspannt. Und ich glaube 90 % der stark limitierten Vinylversion sind nach Deutschland gegangen.

7,5

Dirk hat gesagt…

Comebacks, auf die die Welt gewartet hat, oder? (3)

4,5 Punkte sollten dem entsprechen, was ich bereits oben geschrieben habe.