Da ist es also, das neue Kettcar Album. Vier Jahre haben sie sich Zeit gelassen nach " Sylt ", dem letzten, für mich doch etwas e...

Kettcar - Zwischen den Runden























Da ist es also, das neue Kettcar Album. Vier Jahre haben sie sich Zeit gelassen nach "Sylt", dem letzten, für mich doch etwas enttäuschenden Album. Unterbrochen nur durch ein Live Album, welches zwar durchaus sehr stimmungsvoll, am Ende des Tages aber eben doch nur ein Live Album war. Alter Wein in neuen Schläuchen und wenn auch Oliver Peel proklamiert, dass Musik sowieso nur live funktioniert, wird sie spätestens live auf Platte in den meisten Fällen überflüssig.

Da ist es also, das neue Kettcar Album. Und man hat sich ein bisschen verändert und ein klein wenig auch zurück. Was sicherlich am deutlichsten auffällt ist der sehr ruhige Grundton des Albums, der selbst die an früher erinnernden hymnenvollen Stücke ("Im Club", "R.I.P.", "Der apokalyptische Reiter und das besorgte Pferd") durchzieht. Und Hand in Hand mit diesem Grundton geht auch ein Thema, das große Thema "Liebe". Die offensichtliche, aber auch die, die gerne flankiert wird durch Abschied, Veränderung, Verlust. Da bleibt es völlig unwesentlich, ob es sich dabei um die Frau des Lebens, einen guten Freund oder einfach nur Orte handelt. Liebe schwebt nahezu über jedem einzelnen Song dieser Platte. Vieles geht dabei mittlerweile schon fast in eine Singer/Songwriter-Richtung, die Kettcar sehr gut steht, die über das ganze Album hinweg eine wunderbar einheitliche Stimmung erzeugt. Einzige Ausnahme stellt in diesem Fall wohl das kritische "Schrilles buntes Hamburg" dar, das mich zu Beginn ähnlich abgeschreckt hat wie "Stockhausen, Bill Gates und ich" auf dem "Von Spatzen..."-Album. Aber selbst dieser Song erzeugt mit seinem etwas ungewöhnlichen Aufbau mit der Zeit einen Sog, der ihn zwar nicht zu einem Höhepunkt doch aber zu einem schönen Kontrapunkt des Albums werden lässt.
Und wenn das Album dann mit "Zurück aus Ohlsdorf" abschließt, erwische ich mich fast mit ein paar Tränen in den Augen (was sicherlich auch an einer hier nicht näher zu erläuternden Geschicht liegt).
Da ist es also, das neue Kettcar Album. Und wenn auch dieses Album sicher nicht an "Du und Wieviel von Deinen Freunden" herankommen wird, einfach weil es nicht mehr so "neu" und überraschend ist wie 2002 (und auch da war es ja nur so neu und überraschend weil wir alle zugegebenermaßen ...But Alive nicht kannten), so hat man doch vieles richtig gemacht. Hatte man auf "Sylt" noch den Eindruck, sie wollten auf Teufel komm raus irgendetwas anders machen, von mir auch auch "anspruchsvoller", rudern sie hier ein paar Meter zurück und doch nach vorn und machen das Beste, was ihnen möglich war. Im Rahmen ihres Kosmos erwachsen werden.

Hier mal drei Videos (zu jedem Song des Album wird oder wurde ein Video aufgenommen):

Rettung



In deinen Armen



Im Club

14 Kommentare:

  1. Ok, hier kriegt mich eigentlich kein Song außer 'In deinen Armen' und 'Zurück aus Ohlsdorf'. Dieses 'Hallo Liebe meines Lebens' in Song 1 ist Fremdschämen pur. Sowieso relativ unbeholfen die ganze Platte. Vielleicht interessiert mich aber auch einfach nicht genug, was in Hamburg und M. Wiebuschs Leben grade so passiert. 5 Punkte.

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  2. Das Phänomen gibt es ja ganz oft, dass sich Leute, die auf sowas so lange es Englisch gesungen wird,ganz dolle anspringen, sich fremdschämen, sobald sie deutsche Texte hören.

    Mir wird der Fremdschämfaktor auch in diesem Fall auf immer ein Rätsel bleiben, ich bin aber auch anfällig für so einen sentimentalen Scheiß.

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  3. Also fremdschämen tu ich mich nicht für die Texte. Wenn ich überlege was ich schon alles auf Englisch gehört habe, wo man dachte die Texte sind von jemanden, dem sie das Gehirn rausgenommen haben.
    Ich muss aber auch sagen, dass mir dieses triefend Gefühlsduselige nicht besonders gefällt. Ich komme nur in sehr bestimmten Momenten an Kettcar ran, zu einer meiner Lieblingsbands wird Kettcar aber sicher nicht.

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  4. Ich bin/war ja auch anfällig für den sentimentalen Kettcar-Kram. Balu fand ich ziemlich toll damals. Hier wirkt aber einiges schlicht und einfach zu plump für meinen Geschmack.

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  5. Balu fand ich auch sehr gut, was ich von den 3 Tracks hier nicht sagen kann... für mich sind die alle 3 unter 5 Punkten.

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  6. "Balu" fand ich immer total überschätzt, dieses Album aber nicht

    8 Punkte

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  7. Ich dachte, du musst bei "Balu" immer weinen?!

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  8. Besser als der Vorgänger, auch wenn es mich nur wenig berührt.

    7 Punkte

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  9. Manchmal waren sie schon besser, aber:
    Kettcar sind Kettcar sind Kettcar!!!

    7 Punkte

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