Mittwoch, 28. Dezember 2011

Plushgun - Me. Me.



















2009 kam Dan Ingala aus dem Nichts, legte ein charmantes Indie-Pop-Album mit Hits im halben Dutzend vor und platzierte "Pins & Panzers" auf dem 6. Rang in unserer Endauswertung. Das muss wohl auch Til Schweiger so empfunden haben, denn "Dancing In A Minefield" wurde für den Soundtrack zu "Keinohrhasen" ausgewählt und gelegentlich muss man in einer Fernseh-Werbepause interessiert aufhorchen, denn auch in einem TV-Spot fanden Plushgun Berücksichtigung.

Die Erwartungen an Dan Ingala dürften also im Vergleich zum Vorgänger gestiegen sein, eben so wie die technischen und finanziellen Voraussetzungen. Denn mittlerweile steht Ingala nicht mehr allein hinter dem Projekt: Plushgun ist zu einer tatsächlichen, mehrköpfigen Band geworden. Zudem muss er seine Musik nicht mehr im heimischen Wohnzimmer in Brooklyn/New York aufnehmen, sondern kann ein richtiges Studio mit entsprechendem Equipment buchen. Diese Veränderungen hört man dem Sound von "Me. Me." auch an. Soll heißen, es gibt Abstriche im Niedlichkeitsfaktor.

Direkt der Opener "Waste Away" und später "Live In Binary" zeigen mit Schlagzeug und rockigen Gitarre auf, dass nicht mehr nur auf Keyboards und künstlich erzeugte Klänge gesetzt wird. Die Single "I Like It" ist tanzbarer Synth-Pop mit Boy/Girl-Gesang, der dem Euro-Beat gefährlich nahe kommt. Ein Fehler, den die nachfolgenden "Kick Me Out" und "Your Hologram" nicht wiederholen und dadurch so auch aus dem Debüt hätten stammen können. Das balladeske "Sarah's Locker" beschließt mit reichlich Opulenz und Pathos (manche würden auch Kitsch sagen) die erste Albumhälfte. Die folgenden 7 Titel darf jeder für sich selbst entdecken - und es lohnt sich immer noch, auch wenn man auf eine gewisse Weiterentwicklung der Band vorbereitet sein sollte.




Wer in den 80ern aufgewachsen ist, dem werden die Zitate natürlich bekannt vorkommen, aber nicht nur Anleihen von Bands wie OMD, Human League, oder Depeche Mode werden hier benutzt, auch Ähnlichkeiten mit den Beatles oder The Who und sogar an die erfolgreichen BritPop-Bands sind nicht zufällig. Songs wie Life In A Binary; der sich auf höchst sarkastische Art und Weise mit dem Erfolg von sozialen Netzwerken auseinandersetzt, oder The Prom Queen, einem Lied über einen Mann, der im falschen Körper steckt und lieber eine Frau wäre, seien hier als Beispiele genannt. Textlich ist das hervorragend gelöst. Zwar ist das musikalisch gelegentlich ein bisschen zu dick aufgetragen und weniger opulente Keyboard-Klänge wären auch angenehm, aber unter dem Strich ist das ein Album, das Spaß macht.
(alternativmusik.de)


5 Kommentare:

noplace hat gesagt…

leider nur 7 Punkte

noplace hat gesagt…

es fehlten mir:

youth lagoon, cashier no.9, spaceman spiff, team me, howth, alexander und immanu el.
wobei letztere dieses jahr keine hohe wertung ergattern konnten.

U. hat gesagt…

6,5 Punkte.

Dirk hat gesagt…

Von mir gibt es: 7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Die letzten Empfehlungen kann ich dieses Jahr nicht mehr umsetzen, vielleicht ist in den ersten Januarwochen etwas Luft...

Aber zumindest meine letzten Bewertungen (u.a. meine Top 3 und alle deutschsprachigen Platten) folgen noch am letzten Tag des Jahres...