Mittwoch, 14. Dezember 2011

Kate Bush - 50 Words For Snow




















Björk, PJ Harvey, Feist, Tori Amos - 2011 war ein Jahr, in dem vor allem Künstlerinnen von sich Reden machten. Aber es gab auch noch weitere relevante, weibliche Soloartisten über die hier bisher nicht gesprochen wurde. Also war es dringend an der Zeit ein paar Gespräche zu führen...


Volker, wie und wann bist du auf Kate Bush aufmerksam geworden? Und gibt es einen besondern Kate Bush-Moment in deinem Leben oder ein Erlebnis, das du mit ihr verbindest?

Volker: Wie alle Kinder unserer Jugendzeit und der damit verbundenen musikalischen Sozialisation, wurde auch ich natürlich durch die 2 großen "Hits" der 80er, "Running Up That Hill" und "Cloudbusting" auf Kate aufmerksam und auch wenn es diesen EINEN Kate Bush Moment für mich nicht gibt, ist ein Wiederhören des zugehörigen Albums "Hounds of Love" doch auch immer eine kleine Zeitreise in die eigene Pubertät.


Kate Bush hat bisher 10 Alben veröffentlicht, wie ist ihre Quote in deinem Plattenschrank und wie würdest du das neue Album im Vergleich mit ihren früheren Werken einordnen?

Volker: Durchwachsene Quote. Vom Frühwerk besitze ich nur "Lionheart", mit dem sie ja selbst nicht wirklich zufrieden war. Dann natürlich das grandiose "Hounds of Love" und auch noch die beiden folgenden Alben, von denen vor allem das zweite "The Red Shoes" aber schon deutlich zu wünschen übrig ließ. Auch ihr Comeback "Aerial" fand ich eher anstrengend als beglückend. Insofern bin ich sehr positiv überrascht vom neuen Werk, das es zumindest mit den besseren ihrer Alben, die ich kenne, aufnehmen kann.


Mit welchen drei Wörtern würdest du jemanden von "50 Words For Snow" zu überzeugen versuchen?

Volker: Talk Talk Spätwerk.


Welche(n) Titel aus "50 Words For Snow" würdest du uns besonders ans Herz legen und warum?

Volker: Auch wenn offenbar in Kritiken viele das anders sehen, wäre es für mich wohl gleich der Opener "Snowflakes". Wunderbar erhabenes Zusammenspiel zwischen Sohn und Mutter.


Björk, Feist, PJ Harvey, Adele, Tori Amos - 2011 scheint musikalisch ein Jahr der Frauen zu sein. Kann Kate Bush da mithalten und was waren aus dieser Riege deine 3 persönlichen Favoriten?

Volker: Auf jeden Fall kann Kate Bush da mitthalten, da ich nicht wirklich begeistert bin von Björk, PJ und Feist (die muss ich aber noch mal genauer hören.) Ich weiß die Kritiker lieben sie und werden sie alle ganz oben listen. Mich nerven meist aber dann doch weiterhin ihre Stimmen. Adeles Album ist ok und Toris kenne ich noch nicht. Und da Joanna dieses Jahr nichts gemacht hat sollte Kate bei mir dann doch spielend diese Riege anführen.


Vielen Dank für das Gespräch, Volker!




Im ersten Track „Snowflake“ mäandert ihre Stimme über ruhige Flächen und erzählt leise vom ersten Schneefall. Das passt genau für die kalte Jahreszeit, für eingeschneite Stunden auf dem Land. In „Lake Tahoe“ scheint alles noch langsamer zu werden und geht dann in Opernarien-Manier gen Höhepunkt. „Wild Man“ ist ein Pop-Song erster Güte und scheint auch aus einem anderen Jahrhundert zu stammen: Achtziger-Synthies und Keyboardflächen wetteifern mit Kate Bushs gereifter Stimme um die musikalische Oberhand. Stargast Elton John kommt dann in „Snowed In At Wheeler Street“ zum Zug und gibt zusammen mit Kate ein Paar, dass elegisch eine alte Liebe heraufbeschwört. Stephen Fry darf als Professor Joseph Yupik dann wortwörtlich „50 Words for Snow“ aufsagen, nur unterbrochen von Kates Anfeuerungsrufen. Ein seltsames Stück Musik. Im letzten Song des Albums kommt dann Kate Bush unverfälscht und mit minimalistischem Setup zum Zug. Nur mit Klavier und Stimme kommt der Song „Among Angels“ aus und schließt den Kreis.

Mit „50 Words For Snow“ ist Kate Bush nach langjähriger Pause ein Album gelungen, dass gleichzeitig zurückhaltend und ausufernd ist, eine Platte, die eine Reise ist und am besten an einem Stück genossen wird.
(telekom-musicwire.net)

Ihre neue Schnee-Platte hat das Zeug zum Experiment, da kann auch der begnadete Elton John nicht genug Pop versprühen. Hier regiert Königin Bush, die mit Schal und Feenstimme einen Entwurf abliefert, der in seiner Länge schon herausfordert. Sieben Songs, die bis über die 13 Minuten-Marke reichen, straucheln durch den schmilzenden Schnee. Gäste tauchen auf. Das Klavier trägt die Stücke, die sich Zeit lassen. Manchmal erinnert das an Talk Talk, manchmal aber auch an einen Operettenauftritt der Nachbarstochter. Ob das Konzept aufgegangen ist, kann und darf ich nicht beurteilen. Ich bleibe am Ende etwas ratlos zurück. Ich habe den Spannungsbogen verpasst, falls es einen gab. Der Schneemann sticht dir beim Küssen mit seiner Möhren-Nase die Augen aus. Bush liefert ihr “Weißes Album” ab. Keine Weihnachtsplatte, kein Wintermärchen und keinen Iglu-Rave. Alles tropft. Bei Kate ist nun eine große Lache im Wohnzimmer. Wer wischt das auf?
(jahrgangsgeraeusche.de)

4 Kommentare:

gudrun.thaeter hat gesagt…

Nostalgische Gefühle und auch einige schöne Überraschungen, trotzdem in Summe nicht mehr als 7 Punkte.

Volker hat gesagt…

Gute 8 Punkte

aXel hat gesagt…

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

This years Joanna Newsom!

5,5 Punkte