Freitag, 16. Dezember 2011

Adele - 21



















Björk, PJ Harvey, Feist, Tori Amos - 2011 war ein Jahr, in dem vor allem Künstlerinnen von sich Reden machten. Aber es gab auch noch weitere relevante, weibliche Soloartisten über die hier bisher nicht gesprochen wurde. Also war es dringend an der Zeit ein paar Gespräche zu führen...


Ursula, wie und wann bist du auf Adele aufmerksam geworden? Und gibt es einen besondern Adele-Moment in deinem Leben oder ein Erlebnis, das du mit ihr verbindest?

Ursula: Naja, Adele kennt ja wohl jeder. Ich glaube, meine erste Begegnung erfolgte via PVG, ihr Debütalbum "19" wurde hier ja vorgestellt und schwamm 2008 im Kielwasser von Amy Winehouse und Duffy. Besondere Erlebnisse gab es dazu bei mir nicht, wohl aber einen Sinneswandel . Ich fand "19" nämlich zunächst - insbesondere im Vergleich zu Amy Winehouse - seicht und doof, aber irgendwann dann doch ziemlich toll.


Adele hat bisher 2 Alben veröffentlicht, wie ist ihre Quote in deinem Plattenschrank und wie würdest du das neue Album im Vergleich mit ihrem früheren Werk einordnen?

Ursula: Ich habe beide, allerdings keines von beiden als Kauf-CD. "21" ist in meinen Augen nicht großartig anders als "19" (was die Namensgebung ja wohl auch andeutet), das Album ist einfach gut gemachter Pop und enthält einige Hits. "Rumour has it" ist mir persönlich zu retrolastig, aber "Rolling in the deep" finde ich auch nach 2000mal-im-Radio-hören einfach ziemlich brilliant - und das kommt ja nicht gerade häufig vor.


Mit welchen drei Wörtern würdest du jemanden von "21" zu überzeugen versuchen?

Ursula: Mainstream mit Qualität


Welche(n) Titel aus "21" würdest du uns besonders ans Herz legen und warum?

Ursula: Für Indie- und Coverfans eignet sich als Einstieg auf jeden Fall das Cure-Cover "Lovesong". Darüber hinaus muss man zugeben,. dass die Singleveröffentlichungen besser sind als der Rest. Mir gefällt hier "Set Fire to the Rain" mit am besten.


Björk, Feist, PJ Harvey, Tori Amos - 2011 scheint musikalisch ein Jahr der Frauen zu sein. Kann Adele da mithalten und was waren aus dieser Riege deine 3 persönlichen Favoriten?

Ursula: Absolut, weil ich aus deiner Liste nämlich nur Tori Amos mag und bewusst anhöre. Aber im Direktvergleich zum aktuellen Album würde ich dann glatt Adele bevorzugen.


Vielen Dank für das Gespräch, Ursula.



Nur ist "21" kaum mehr geworden als ein zu brav produziertes Schmeichel-Pop-Album. Vier Songs hat der scheinbar omnipräsente, aber zuletzt nur noch weichgespült produzierende Rick Rubin den letzten Schliff verpasst. Ein Meisterwerk ist nicht dabei. Bemerkenswert sind allenfalls die erste, von Paul Epworth produzierte Single "Rolling in The Deep" und der Rumpler "Rumor Has It", den Adele erstaunlicherweise dem Schmusepop-Komponisten Ryan Tedder verdankt. Mehr Überraschungen gibt es leider nicht.
(sueddeutsche.de)

„21“ von Adele fängt mit „Rolling In The Deep“ an, die akustische Gitarre hätte einen Saitenwechsel nötig, aber es sind gute, alte Saiten. Auch die tiefe Trommel will nicht mehr sein als sie ist, keine verlogene Beatmaschine: Sie klingt wie ein kompostierbarer Karton.

Als die Musik aussetzt, wird inbrünstig gesungen und geklatscht, die Instrumente werden nochmals einzeln vorgeführt. „Dark Bluesy Gospel Disco“ nennt Adele ihren Sound. Wobei die Disco nichts mehr mit der Utopie des schönen Scheins zu tun hat, mit der Welt als Spiegelkugel und dem Ausbruch aus dem Alltag, sondern mehr mit dem gepflegten Tanzabend daheim: „There is a fire starting in my heart“, die innere Wärme. (...)

Weil der Fahrer, der sie durch Amerika kutschierte, Country hörte, hat Adele nun auch Country im Programm, den niemand mehr verachtet, seit Rick Rubin sich um Johnny Cash gekümmert hat: „Don’t You Remember“ handelt von der Sehnsucht nach bedingungsloser Liebe.

Bässe knarren wie die Dielen renovierter Landhäuser. Nichts geht ohne das Tamburin oder den Triangel. Klaviere aller Art kommen vor, von Salonflügel bis Barpiano. Und Adele singt so stilsicher wie niemand sonst mit einer solchen Stimme, ihre Ad-libs sind zurückhaltend geschmackvoll, und sie offenbart sich im Gesang nie bis zur Peinlichkeit.

Das Beste hebt sie sich bis kurz vor Schluss auf: die entschleunigte Version des „Lovesongs“ von The Cure, bei dem die Orgel entspringt wie eine frische Quelle, Gitarristen ein Duett zupfen und sich am Ende Cello und Akkordeon hinzu gesellen.
(welt.de)

6 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

6,5 Punkte

Volker hat gesagt…

Bisschen mehr

7 Punkte

Dirk hat gesagt…

Annette sagt: 9 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

Bisschen mehr als Volker

7,5 Punkte

Julia hat gesagt…

Mir zu brav geraten. 5,5 Punkte.

U. hat gesagt…

6,5 Punkte wegen zu vielen Fülltiteln.