Donnerstag, 10. November 2011

PeterLicht - Das Ende der Beschwerde



















Wir waren am Wochenende beim Frankfurter Konzert von PeterLicht und das Album wurde hier noch nicht erwähnt! Dabei ist es einerseits bereits seit 2 Wochen käuflich zu erwerben und andererseits hat PeterLicht hier einen 2. Platz aus dem Jahr 2008 ("Melancholie & Gesellschaft") zu verteidigen.

Das fünfte Album des Kölners wird von "Sag mir, wo ich beginnen soll" eröffnet, und man kann sich nun entscheiden ob man a) über diese experimentelle und ungewöhnliche Eröffnung (monotones Streichen des Cellos, dezente, dissonante Störgeräusche, divergierende Rhythmen und Sprechgesang im Stile der Goldenen Zitronen) begeistert ist oder b) oder den Songtitel leicht genervt mit "Am Besten beim zweiten Stück" kommentieren möchte.
Es folgen im Verlauf der Platte mit "Begrabt mein iPhone an der Biegung des Flusses", "Das Ende der Beschwerde / Du musst dein Leben ändern" und dem an New Order erinnernden "Neue Idee" drei flotte, eingängige Popsongs ohne große Ecken und Kanten, die ein noch größeres Publikum für Herrn Licht erschließen könnten. Dazwischen werden selbstverständlich wieder schöne Bilder gesponnen und wohlige Klänge kreiert, die häufig an Kante auf Schmuse-Kurs erinnern, aber (mich) seltener überzeugen können ("Wir / Was / Wir / Wolln") als auf den Platten zuvor. Aber das ist beschweren auf hohem Niveau und wenn sich Thees Uhlmann dem Mainstream öffnen und damit größere Erfolge erzielen darf, dann doch auch PeterLicht.




Willkommen auf dem Home Turf des Peter Licht, wo Ideen von Utopien beworben, Diskussionen gesungen, Strategien gedacht werden, wie aus dem Schwarm der Objekte schöne neue Subjekte werden können. Dort werden die Bilder entworfen, in denen die Lieder drehen, bis sie im Kopf tanzen: Licht-Schauspiele mit Merksätzen fürs Poesie-Album: „Begrabt mein iPhone an der Biegung des Flusses“. Peter Licht hat eine Wall of Sound and Words gebaut, an der wir uns mit ihm entlanghangeln können, Songs, bei denen akustisch die Sonne aufgeht. Die neue Platte des Kölner Songwriters und Autors ist basslastiger, voluminöser geworden, mehr New Order als Blumfeld, eher Rock’n’Roll als Chanson, um die ältesten verfügbaren Worte zu finden – den Kollegen aus der Alternative-Ecke, den Lautsprechern aus den selbsternannten deutschen Schulen immer einen Gedanken, eine Textzeile voraus. Ein böser Mensch, wer dabei ein Griemeln auf Lichts Gesicht entdeckt. "Das Ende der Beschwerde" macht Lust auf Erweiterung: Die Freiheit und die Möglichkeiten singen, wie Peter Licht das ausdrückt. In Wirklichkeit ein Anfang, kein Ende. Jedes mal wieder neu, wenn man sich in die große Popspirale begibt. Dorthin, wo die Melodien so schnell nicht versiegen. Schlaraffenland, wir kommen!
(musikexpress.de)

7 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Stellenweise zu angestrengt. 6 Punkte

Volker hat gesagt…

Wieder deutlich besser als das letzte sehr schwache Album

7

noplace hat gesagt…

schwach. von einem peterlicht kann man mehr erwarten.

5 Punkte

Julia hat gesagt…

PeterLicht hat eine schöne Weltsicht.
7,5 Punkte

U. hat gesagt…

6 Punkte. Und für das Konzert gibt es drei.

aXel hat gesagt…

8.5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Wenig Licht, viel Schatten.

6,5 Punkte