Dienstag, 1. November 2011

The Miserable Rich - Miss You In The Days



















Eigentlich wäre das dieser Tage erscheinende neue Album von The Miserable Rich die ideale Halloween-Vorstellung gewesen. Denn für die Aufnahmen zu ihrer dritten Platte zogen sie sich in das Spuk-Anwesen Blickering Hall in Norfolk, in dem der kopflose Geist von Anne Boleyn sein Unwesen treiben soll, zurück und verwandelten es für einige Wochen in ein Tonstudio. In England erschien "Miss You In The Days" tatsächlich gestern, Hazlewood legt in Deutschland am Freitag nach.

James de Malplaquet schrieb zehn Geistergeschichten nieder, die nach eigener Aussage nun "spooky, but sexy" klingen. Dazu steuerten Will Calderbank und Mike Siddell Arrangements für Violine und Cello bei, die einen entweder in einem barocken Kammerkonzert wähnen lässt ("Honesty", "Under Glass") oder einem eisige Schauer über den Rücken jagen ("Laid Up In Lavender"). Wie gut diese beiden ihre Aufgabe erledigen, lässt sich daran ablesen, dass bereits Mumford & Sons, The Leisure Society oder Lightspeed Champion die Zusammenarbeit mit ihnen suchten. Erstmals wird das Line-Up der Band mit David Schlechtriemen um einen Schlagzeuger ergänzt, was den Sound der Band dynamisch voran bringt ("Imperial Lines", "On A Certain Night").
Schöne Platte, aus der ich "Tramps" und "Ringing The Changes" besonders hervor heben möchte, in einem wunderschönen Cover.




Das Ergebnis sind zehn, opulent orchestrierte Spukgeschichten, bei denen die Gänsehaut schon vorprogrammiert ist. So als würde man zu einem Schlagzeugbeat an einer Tafel kratzen. Doch selbst jenem Gänsehaut verursachenden Geräusch könnten The Miserable Rich einen Wohlklang entlocken.

Miss You In Days erweitert den Sound der Band um etliche Nuancen. Wer die Jungs noch als Kammermusiker kennt, die unverstärkte Konzerte ohne Drummer und Gitarren spielten, wird viele Neuerungen finden. Eine davon trägt den Namen David Schlechtriemen und unterstützt die Combo von nun an mit perkussiven Elementen. Schlechtriemen macht einen wirklich guten Job und lässt die ohnehin schon hervorragend strukturierten Songs noch dramatischer wirken. Jener Sinn von Dramatik durchzieht schon den OpenerLaid Up In Lavender“. Der Song startet unvermittelt. Leise klopft das Klavier die Achtel ab, während im Hintergrund die Teufelsgeige leise die Melodie säuselt. Danach folgt „Imperial Lines“ mit einem klasse Kammerorchester-Intro. Den obligatorischen Ohrwurm liefert dann „On A Certain Night“ – Gezupftes Streichwerk vor einer beschwingten Kulisse. Da vergisst man fast das Gruseln. Epic!
(unicum.de)

The Miserable Rich live - sicherlich auch in deiner Stadt:

16.11.11 Wiesbaden, Walhalla Spiegelsaal
17.11.11 Haldern, Haldern Pop Bar
18.11.11 Hannover, Schloss Landestrost
20.11.11 Rostock, Peter Weiss Haus
22.11.11 Göttingen, APEX
23.11.11 Wetzlar, FRANZIS
24.11.11 Duisburg, Steinbruch
25.11.11 Bielefeld, Falkendom
26.11.11 Nürnberg, Kunst-Kultur-Quartier
28.11.11 Freiburg, White Rabbit
02.12.11 Stuttgart, Kulturzentrum Merlin
19.01.12 Halle, Objekt 5
20.01.12 Plauen, Malzhaus
21.01.12 Dresden, Beatpol
23.01.12 Leipzig, Detektor.FM (Radiokonzert)
29.01.12 München, Kultur-Schranne
06.02.12 Hamburg, Übel & Gefährlich
11.02.12 Saarbrücken, Sparte 4

4 Kommentare:

Christoph W. hat gesagt…

Mit Abstand das bisher beste Album der Band! Satte 8,5 Punkte.

Olly Golightly hat gesagt…

7,5 Punkte

Volker hat gesagt…

Gähn. Nichts fesselt. Aber das Cover ist toll

5,5

Dirk hat gesagt…

Bei "Bestes Album" gehe ich mit Christoph W. mit, bei der Bewertung nicht ganz:

7,5 Punkte