Montag, 17. Oktober 2011

Gotye – Making mirrors

cover

Der gebürtige Belgier und Wahlaustralier Wouter De Backer alias Gotye veröffentlichte mit “Making mirrors” bereits sein drittes Album. Obwohl er in der Band The Basics “sozialisiert” war entschloss er sich, “Making mirrors” fast vollkommen alleine in einer Hütte (ja klar, die Idee ist nicht neu) aufzunehmen. Dort anstatt nur mit einer Gitarre richtete er sich mit allerlei Equipment ein, um akustische, elektronische und “elektronisch gesampelte akustische” Klänge in Form eines Albums zu konservieren. So fand zum Beispiel ein Zaun (“Winton Musical Fence”) Verwendung in Form der Bassline des Songs “Eyes wide open”. Auch eine alte Heimorgel musste herhalten. Einige interessante Details zur Entstehung des Albums zeigt eine Dokumentation, die auf der DVD der CD/DVD-Edition enthalten ist und auch dort zur Verfügung steht.

Obwohl Gotye recht anspruchsvoll bei der Produktion seiner Musik vorgeht, schielt er mit einigen sehr eingängigen Songs doch auf ein breites Publikum. Ein Vergleich mit Peter Gabriel ist in dieser Beziehung angebracht und kommt bei einigen der Songs immer wieder in den Sinn. Gotye lotet auf “Making mirrors” die Grenzen der “vertretbaren” Popmusik aus ohne sie zu überschreiten und “Pop” bildet auch den kleinsten gemeinsamen Nenner des Albums. Etwas Indieattitüde und die Vielseitigkeit der Songs schützen den Musiker vor wirklich peinlichen Momenten.

Ich bin kein Freund von “Titel-für-Titel”-Vorstellungen, obwohl es sich bei der Vielseitigkeit der Songs und der widergespiegelten Stile auf “Making mirrors” anbietet. Ich überlasse einen Überlick Hallam Drury.com:

Making Mirrors is a musical landscape filled with incredible, youthful highs (I Feel Better, In Your Light), and plenty of fun and exploration (State of the Art, Smoke & Mirrors). For all its hopefulness in Bronte and Save Me, it is not without its reality-checks in Somebody That I Used to Know and Eyes Wide Open, which balance the album with the twisted and distressing side of existence. Lyrically, it is brilliant, and it has music to match. The most compelling feature of the album is the way Gotye layers each song, and the sounds he presents. It is an album that you will learn more about the more you listen to it. From a production point of view, it is in an extremely engaging work, and it is no surprise that it took so long to complete.

Die unten eingebundenen Videos vermitteln einen Eindruck des breiten Spektrums, welches Gotye überzeugend abdeckt. Das Album ist über weite Strecken schwungvoll trotz einer melancholischen Grundstimmung. Im letzten Drittel überwiegen die bedächtigeren Momente.

“Indiehörer”, die sich mindestens ein Pop-Album pro Jahr zu Gemüte führen, sollen sich mit “Making mirrors” befassen. Der Popmusik zugeneigte Menschen haben bitte auf eines der überflüssigen Alben zu verzichten und sich mit “Making mirrors” herauszufordern.

“Somebody that I used to know” ist für mich der Höhepunkt auf “Making mirrors” und kämpft mit James Vincent McMorrows “If I had a boat” um den Titel “Song des Jahres”.

Podcast.de:

Making Mirrors sprüht nur so vor musikalischen Ideen. Von eher düsteren Elektro-Klängen bis zu souligen Tanzflächen-Füllern mit funky Bläsern: Gotye ist ganz schön vielseitig, und er landet mit fast jedem Song einen Treffer.

Das Video zum unglaublich tollen Song “Somebody that I used to know”:

Und als Kontrastprogramm das zu “State of the art”:

Ach ja, das zu “Bronte” gibt es ja auch noch:

Seine Tour führt Gotye noch dieses Jahr nach Deutschland:

  • 27.10. Berlin
  • 06.11. Köln

Dort gibt es das Album als Stream.

7 Kommentare:

Volker hat gesagt…

Schade, hättest du das mal früher vorgestellt. Gefällt mir richtig gut (zumindest das hier verlinkte). Leider ist die LP-Version schon ausverkauft...

Dirk hat gesagt…

Auf Ingos Blog war die Vorstellung schon etwas länger zu sehen...

Volker hat gesagt…

Ich habe nicht mal Zeit für EINEN Blog ;-)

Michael hat gesagt…

Vielen Dank für diese tolle Vorstellung! Für mich ein absolutes Highlight dieses Jahres. "Somebody That I Used To Know" : Ein echter Knaller! Für mich knapp vor James Vincent McMorrow

Ingo hat gesagt…

7,5 Punkte

Isa hat gesagt…

8 Punkte

Dirk hat gesagt…

Ich höre hier teilweise Musik aus den 80ern, ich höre Musik von Steve Winwood oder Sting, ich höre Musik, die ich eigentlich nicht hören möchte.

4,5 Punkte