Mittwoch, 12. Oktober 2011

Death In Vegas - Trans-Love Energies



















Irgendwie muss es Liam Gallagher nicht in den Kram gepasst haben, dass sein Bruder Noel mit den coolen Chemical Brothers abhing und Neo-Psychedelia mit Big Beats verschmolz, so geschehen auf "Setting Sun" (1997) und "Let Forever Be" (1999). Da Kamen Richard Fearless und Tim Holmes gerade recht, denn diese eiferten Tom Rowlands und Ed Simons nach und standen denen, zumindest die Gastsänger auf ihren Alben betreffend in nichts nach: Bobby Gillespie, Iggy Pop, Dot Allison und Jim Reid auf "The Contino Sessions" (1999) und Paul Weller, Hope Sandoval und erneut Dot Allison bei "The Scorpio Rising" (2002). Liam Gallagher steuerte den Gesang zum Titelstück bei.
Das nachfolgende Album von Death In Vegas sollte ohne Gäste auskommen ("Satan's Circus", 2004), verlor daher für mich den Reiz und fand daher auch nicht mehr den Weg in mein Plattenregal.

Sieben Jahre sind seitdem vergangen und plötzlich steht mit "Trans-Love Energies" ein neues Album von Death In Vegas in den Läden - und kann leider nicht an "The Contino Sessions" und "The Scorpio Rising" anknüpfen.
Richard Fearless ist kein begnadeter Sänger (wenigstens versucht er es nicht all zu oft) und Katie Stelmanis von Austra ist nur auf zwei Songs zu hören ("Your Loft My Acid", "Witch Dance"). Das Album mäandert zwischen chilligem Trip Hop, monotonem Elektro-Rock, elegischer Shoegaze und New Wave ohne Biss. Mit "Drone Reich" gibt es aber immerhin einen Song, der aufgrund seines blöden Titels im Gedächtnis bleibt.

"Trans-Love Energies" ist als CD, LP und Do-CD (mit zusätzlichen Remixen und Bonus Tracks) erhältlich und wird von Drowned In Sound (8/10 Punkten) oder der BBC deutlich wohlwollender gesehen als hier:
Allzu gerne möchte man in die halluzinatorische Traumwelt von Richard Fearless und Steve Helier eintauchen. Sich fallen lassen. Oder nachts dazu tanzen, im persönlichen Club des Vertrauens. „Trans-Love Energies“, ein wild wuchernde Etwas zwischen Wave, Electro und Avantgarde, sperrt sich jedenfalls gegen jede Form der Annäherung. Gewollt ist das bestimmt nicht.

Wie man mit allerhand Studioeffekten die eigene Ideenlosigkeit verbergen kann, demonstrieren Death In Vegas auf Albumlänge. Dieses uninspierirte Gewusel an Sounds ist kaum zu ertragen, an Spannungslosigkeit nicht zu überbieten und gefährlich nah an der Toleranzgrenze. Tumbe Beats aus der Konsere, dazu triviale Gesangslinien und alles schön mit Electro-Elementen zugekleistert. Eine Platte, so monoton, dass es fast weh tut und aggressiv macht. Kongenial geht anders.

„Trans-Love Energies“ verliert sich in abstrakten, ziellos umherirrenden Nichtigkeiten. Die Stimme von Fearless ist zu dünn, um die Songs tragen zu können. Elektronisches Gefiebe, was einem gehörig auf den Zahn geht. Nach dem „Genuss“ der Platte benötigt man ein gutes Gegenmittel, um aus diesem unwirklich erscheinenden Fiebertraum erwachen zu können. „Trans-Love Energies“ ist clever gemeint, im Grunde sterbenslangweilig.
Egaler kann Musik nicht klingen.
(exitmusic.ch)



3 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Soo schlecht finde ich das Album nicht. Da war die Kluft zwischen starken und schwachen Songs auf den älteren Platten größer. Und wenn Austra mitmacht… 6,5 Punkte

Volker hat gesagt…

Ja, nö, vielleicht


Ach nö

5

Dirk hat gesagt…

Wegen dieser Platte muss niemand sterben. Weder in Vegas, noch aus Begeisterung.

5,5 Punkte