Freitag, 30. September 2011

The Drums - Portamento



















Dem Hype im letzten Jahr folgten langwierige Tourneen, der Ausstieg von Gitarrist Adam Kessler, ein Album, das bezüglich der Verkaufszahlen hinter den Erwartungen zurück blieb, Spannungen innerhalb der Band um die musikalische Ausrichtung, die nach eigenen Angaben im Juni fast zur Auflösung von The Drums geführt hätten und keine 15 Monate nach dem Debütalbum bereits dessen Nachfolger "Portamento".

Hört man sich die erste, sehr nach The Smiths klingende Single "Money" und die 11 weiteren Titel des Albums an, scheinen sich wohl innerhalb des Trios die Bandmitglieder durchgesetzt zu haben, die am bewährten Sound von "The Drums" festhalten wollten. Gelegentliche Keyboard-Klänge, wie in "Hard To Love" oder "Searching For Heaven", oder düstere Töne, wie im eher an The Cure als Surf-Pop erinnernden "If He Likes It Let Him Do It", täuschen nicht darüber hinweg, dass sich die meisten Songs auch so auf ihrem ersten Longplayer hätten wieder finden können. Die Titel klingen weiter wie locker aus dem Ärmel geschüttelt und ohne großen produktionstechnischen Aufwand eingespielt, laden zum Tanzen oder Mitwippen ein, lassen aber die ganz großen Refrains und Hooklines vermissen.

Mit "Portamento" knüpfen die New Yorker Musiker an den gut gelaunten, eingängigen upbeat-Sound ihres Erstlings an, klingen nach wie vor ganz unverwechselbar nach den Drums, haben sich aber inhaltlich von Sommer, Strand und Surfen komplett verabschiedet. Thematisch wird es ernster auf der neuen CD. In den Texten finden sich das Misslingen der Liebe ("How It Ended", "In the Cold") ebenso wie düstere existentielle Aussagen ("I've seen the world / there is no heaven, there is no hell / I believe when we die we die"); mit "Money" haben die Drums auch so etwas wie der Song zur Finanzkrise geschrieben (" I want to buy you something / but I don't have any money"). Doch die Musik ist alles andere als traurig, über weite Strecken gut tanzbar und aufgekratzt. Somit haben The Drums sich mit "Portamento" zwar nicht neu erfunden, aber einen spannenden Mittelweg gefunden: sie sind sich selbst treu geblieben und gleichzeitig ein wenig erwachsener geworden.

Wer schon die Leichtigkeit ihres Debütalbums mochte, wird auch "Portamento" lieben – und kann mit den Drums eine neue Ernsthaftigkeit entdecken.
(vogue.de)



Mit wenigen Mitteln fließen die Stücke durch die New Wave-Spiegelbox. Stimmige Reflexionen zuckeln wie eine alte Tram durch Großstädte, die mehr London als New York sein wollen. Manchmal brechen die Instrumente weg, nur ein Beat untermalt den glasigen Gesang. Zickige Gitarrenmelodien werden gegniedelt, die meist nur ein Motiv benutzen, welches sich an der Stimme festhält, die aber dagegen arbeitet. Die Drums sind windig geworden. Das hat wohl was mit Segelschuhen oder mit Ringelhemden zu tun. Ein Stimmenloop untermalt eine angedeutete Idee, die aber nicht mehr wird und so nur als Untermalung genutzt wird, um den Handclaps den benötigten Platz zu lassen.

So fließt das zweite Drums-Album ein wenig lustlos runter. Nicht immer kann man aufmerksam bleiben, denn wie schon gesagt, die Refrains haben sich in einer Attitüde versteckt, die mehr Fashion als Musik sein will. Obwohl alles ständig groovt oder wackelt, bleiben die Songs ein wenig harmlos. Es wirkt alles sehr hektisch, kalt und vernebelt. So waren die Drums schon immer, doch sie perfektionieren ihre Skizzen nun hingebungsvoll. Am Ende bleiben einem nur die Gitarrensounds und das zuckende Bein.
(jahrgangsgeraeusche.de)


The Drums in Deutschland:

20.11.11 München, Ampere
23.11.11 Hamburg, Übel & Gefährlich
23.11.11 Köln, Gebäude 9

4 Kommentare:

Volker hat gesagt…

Schnellschuss. Für mich ohne große Substanz

5

Dirk hat gesagt…

Auch dieses Album ist mir zu "larifari".

5,5 Punkte

Dirk hat gesagt…

Annette sagt: 3 Punkte

noplace hat gesagt…

nix dahinter.

5 Punkte