Freitag, 9. September 2011

Bernd Begemann & Die Befreiung - Wilde Brombeeren

















B-Bands (VII)

Wer wäre besser geeignet diese kleine Reihe der B-Bands zu beenden als Bernd Begemann & Die Befreiung?

Bernd Begemann scheint die Kreativität anderer Menschen anzuregen: Neulich schrieb er gemeinsam mit Caro Korneli in der Pilotfolge zur Serie "Wie geil ist das denn?!", die im TVlab von ZDFneo leider kläglich scheiterte, einen Song, veröffentlichte mit Dirk Darmstädter (The Jeremy Days) vor knapp einem Jahr das Album "So geht das jede Nacht" und regte mich vor einigen Jahren im Hotel während des Haldern Festivals, eingezwängt auf einen Quadratmeter, spontan zu folgenden Zeilen an:
Ich bin Fahrstuhl gefahren
Mit Bernd Begemann.
Ich fragte: "Verzeihung,
Wo ist denn die Befreiung?"

Wie es um die Kreativität von Bernd Begemann selbst bestellt ist, vermag ich nicht zu beurteilen. Sein Label Tapete Records schickt uns in schöner Regelmäßigkeit zwar MP3s zu einzelnen Songs, wir sprechen hier aber über komplette Platten und huldigen der Kunstform des Albums.
Vertrauen wir also in Bezug auf "Wilde Brombeeren" anderen Stimmen und geben Bernds aktuellem Video eine Chance:




Seine Alben funktionieren wie kaum andere nach einem Additionsprinzip: Eine gute Begemann-Platte ist eine, auf der viele gute Begemann-Lieder drauf sind, pfeif auf Konzepte. »Wilde Brombeeren« ist sogar sehr gut: »Beschädigt« ist eine schöne Schmerzepisode, die an Songs wie »Ich kann dich nicht kriegen, Katrin« erinnert, »Dein Trottelfreund meint« ist mit wunderbar triefendem Hass vorgetragen.
»Teil der lebendigen Stadtteilkultur« ist dagegen ein eher nerviges Stück, das mit unmotiviertem Hipsterbashing und »Captain Future«-Namedropping wie ein Suchbild wirkt: Bin ich das, oder sind das schon die anderen? »Du wirst dich schämen für deinen Ziegenbart« aus »Jetzt bist du in Talkshows« besaß da mehr gesellschaftspolitische Relevanz. Unterm Strich: »Wilde Brombeeren« hat man als verlässlich gutes Album erwartet, und es ist sogar ein bisschen besser geworden.
(intro.de)



Auf die Gefahr hin, sich zu wiederholen, aber: Klar muss man Bernd Begemann nicht mögen. Mit "Wilde Brombeeren" fällt das in aller Ehrlichkeit auch etwas schwer. Der Hingang zum Schlager, der in den letzten Jahren bereits oft zum Kritikpunkt wurde, wird auf dem neusten Werk bis zur Perfektion zelebriert. Da fällt eine Antwort auf den Opener "Gib mir eine zwölfte Chance" nicht schwer: Nein. Sätze wie "Gib mir eine zwölfte Chance / Ich enttäusche Dich so, wie nur ich es kann" wirken in Kombination mit der Kirmes-Bumsbums-Musik so hölzern, wie es sonst nur die Synchrondarsteller im altehrwürdigen Musikantenstadl schaffen, und vielleicht gehört Begemann auch wirklich dorthin. Von der einstigen Poesie ist kaum mehr etwas übrig, und der Überhang zum Kitsch sorgt schnell für Schlagseite.
(...) und man mag ihn glatt anschreien: Nein, Bernd! Sie braucht Dich nicht! Und dann wird es doch immer deutlicher: Klar. Man muss Bernd Begemann nicht mögen.
(plattentests.de)

Bernd Begemann - ganz bestimmt auch in deiner Stadt:

15.09.2011 Neuburg/Donau - Rob's Bar
16.09.2011 Buchlow - Hirsch
17.09.2011 Karlsruhe - Jubez
01.10.2011 Paderborn - Cube @ Honky Tonk
13.10.2011 Oldenburg - Cadillac
15.10.2011 Aachen - Musikbunker
16.10.2011 Ulm - Roxy
18.10.2011 Frankfurt - Batschkapp
19.10.2011 Stuttgart - Schocken
20.10.2011 Ludwigshafen - Haus
25.10.2011 Nürnberg - Club Stereo
26.10.2011 Dresden - Groovestation
28.10.2011 Köln - Blue Shell
29.10.2011 Hamburg - Knust
16.11.2011 Berlin - BKA Theater
17.11.2011 Lüneburg - Salon Hansen
29.11.2011 Erfurt - Engelsburg
30.11.2011 Jena - Rosenkeller
01.12.2011 Heidelberg - Häll
03.12.2011 Gießen - Jokus
09.12.2011 Schwerin - Speicher
28.12.2011 Bremen - Tower
09.02.2012 Oldenburg - Polyester
14.02.2012 Halle - Objekt 5
16.02.2012 Aschaffenburg - Colos Saal
10.03.2012 Aachen - Kurpark-Terrassen
15.03.2012 Stuttgart - Erdgeschoß
17.03.2012 Recklinghausen - Altstadtschmiede