Freitag, 26. August 2011

Son Lux – We are rising

cover

Wenn ich von Aufnahmezeiten von mehreren Monaten bis Jahren höre frage ich mich immer, was in der Zeit so alles getrieben wird. Daher finde ich den vom amerikanischen Musikmagazin The Wire jährlich im Februar veranstalteten “RPM Challenge” interessant. Um diesen zu bestehen gilt es, innerhalb der 28 Tage ein komplettes Album mit mindestens zehn Songs und / oder 35 Minuten Spieldauer aufzunehmen.

Davon inspiriert regte NPRs “All songs considered” bei dem New Yorker Ryan Lott, der als Son Lux 2008 sein über drei Jahre eingespieltes Debütalbum “At war with walls & mazes” veröffentlichte einen entsprechenden Versuch an. Für den Nachfolger “We are rising” hatte dieser somit deutlich weniger Zeit, aber ich höre das dem Ergebnis nicht an. Während dieses kurzen Zeitraums band Lott sogar noch musikalische Gäste wie Shara Worden von My Brightest Diamond und Mitglieder von Midlake und den Antlers ein.

Lott genoss eine Ausbildung in klassischer Musik. Diese nutzt er geschickt, in dem er entsprechende Elemente in Form wohldosierter Bläser- und Streichereinsätze in seine Mischung aus Singer/Songwriter-Flair und Electro/Trip Hop einbaut. Eine Prise Soul rundet das Gesamtbild ab. Innerhalb von vier Wochen ist ihm ein äußerst ausgewogenes und stellenweise angenehm feinsinniges Werk gelungen. Son Lux definiert mit seinen beiden Alben die Schnittmenge zwischen Singer/Songwriter und Electro/Trip Hop.

Besonders empfehlen möchte ich die Songs “Rising”, “Claws” und vor allem “Let go”. Aber die weiteren zwei Drittel des Album kann man sich dann auch noch anhören. Experimentierfreudige Hörer werden ihren Spaß haben.

Consequence of sound” dazu:

Everything sounds very narrative-focused, very dramatic. Even the simpler moments, like the low, quiet “Flowers” with its twinkling, octave-peddling xylophone and chiming church bells, shine with a writerly bravado, Lott’s creative genius readily apparent at all turns. Even more, when he grabs at the heart, as on the epic, guttural “Claws”, he powers through, finding even deeper, richer material.

Dort werden die beiden Songs “All the right things” und “Rising” sowie ein Album-Teaser jeweils als Stream angeboten.

Bei NPR sind zusätzlich ein Interview und Berichte aus dem Zeitraum der Aufnahmen zu finden.

Ein aktuelles Video kam mir bislang nicht unter, daher zeige ich gerne “Break” vom Debütalbum: