Dienstag, 5. Juli 2011

Digitalism - I Love You, Dude




















Die erste Vorladung (VIII)

Personalien:
Gibt es einen besseren Ort fürs Kennenlernen als einen Plattenladen? Vor mehr als 10 Jahren trafen sich dort die Hamburger Jens "Jence" Moelle und Ismail "Isi" Tüfekci. 2004 gründeten sie dann Digitalism, veröffentlichten 2007 ein erstes Album ("Idealism"), bespielten viele große Festivals (Melt, Hurricane) und remixten Songs von Depeche Mode, The White Stripes, The Cure Klaxons oder auch The Futureheads.

Tathergang:
Ende letzten Monats wurde nach 4 Jahren Wartezeit das zweite Digitalism Album "I Love You, Dude" veröffentlicht, als Appetithappen gab es zuvor die "Blitz" EP und die Single "2 Hearts". Nachdem das Debütalbum zuerst über Kitsuné Records erschienen war und dann aufgrund des großen internationalen Erfolges über EMI neu veröffentlicht wurde, kommt die neue Platte nun direkt über ein Majorlabel (V2 / Universal) heraus.

Plädoyer:
Rock, House und Pop werden hier durch den digitalen Elektro-Fleischwolf gedreht, Daft Punk, Chemical Brothers, Klaxons, Jan Hammer oder KLF als weitere Zutaten verarbeitet. "2 Hearts" steht "Pogo" als Crowd-pleaser in nichts nach, "Forrest Gump", von Julian Casablancas mitgeschrieben, klingt als würden Kraftwerk von The Strokes gecovert und auch "Blitz" oder "Reeperbahn" dürften für Bewegung in den Menschenmengen vor Festivalbühnen oder zu Begeisterung in den Clubs sorgen. Insgesamt ist "I love You, Dude" massenkompatibler als sein Vorgänger geraten, was vor allem für die erste Hälfte / Seite der Platte gilt.

Zeugen:
Das überholt geglaubte Rock-Dance-Ding, das in dieser Ausführung ein Drittel auf Daft Punk, ein Drittel auf Air und ein Drittel auf verstreute Ingredienzien von den Chemical Brothers über die Klaxons bis hin zu den Strokes zurückzuverfolgen ist, findet im aktuellen Album des Hamburger DJ-Teams eine schöne neue Heimat. Mit den pumpenden Beats und sirrenden Synthlines, die sich von hier bis zur Ewigkeit ziehen und mit ihrem prallen Allerwertesten auf den Megapartys der Welt aufsetzen. Das Ding hat Melodie im Arsch. Zwischendurch lassen Jens Moelle und Isi Tüfekçi sich in ihre Techno-Tagträume fallen, hotten einen Breakbeat weg („Reeperbahn“) und huldigen gleich der Rock-Dance-Ballade und deren älterem Bruder, der Hymne („Just Gazin’“).

„Forrest Gump“ ist für meinen Geschmack der Gewinner unter diesen mehrheitlich auf die Zwölf gehenden Digitalismen, mehr New Wave als Nu Rave, entstanden unter der Ko-Autorenschaft des für jeden Außendienst-Auftrag offenen Julian Casablancas (The Strokes). Kernkompetenz erkannt: Wer so gut geschmiert rocken kann wie Jens Moelle und Isi Tüfekçi, sollte sich nicht von Entwicklung und Innovation hemmen lassen. Die Klasse von 2007 lebt. Nicht schlecht.
(musikexpress.de)

Indizien und Beweismittel:







Ortstermine:
15.07.11 Gräfenhainichen, Melt Festival
26.10.11 Köln, Gloria
07.11.11 Leipzig, Werk II
08.11.11 Berlin, Astra
10.11.11 München, Muffathalle
16.11.11 Frankfurt, Batschkapp
18.11.11 Hamburg, Markthalle

Urteile:
Nun sind die werten Richter gefragt...

4 Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Nicht schlecht... für das Genre. 6 Punkte

Dirk hat gesagt…

Prima Putz-Musik.

7 Punkte

U. hat gesagt…

5,5 Punkte.

aXel hat gesagt…

6 Punkte