Freitag, 24. Juni 2011

The Indelicates - David Koresh Superstar



















Neulich als wir in Amsterdam waren, sahen wir ein großartiges Konzert der Irrepressibles, mussten erfahren, dass der Gig der Mummers krankheitsbedingt abgesagt war und gingen statt dessen zu den von Christoph angepriesenen Warpaint. Meine Begleiterin war im Nachhinein alles andere als glücklich mit dieser Entscheidung und meinte nach dem Konzert, dass nur ein Auftritt der Indelicates, einer weiteren von Christoph immer wieder hoch gelobten Band, hätte schlimmer sein können.

Apropos The Indelicates: Julia Clark-Lowes und Simon Clayton veröffentlichten im letzten Monat bereits ihr drittes Album "David Koresh Superstar" über das eigene Label Corporate Records. Es wurde ein Musical über David Koresh und damit wären die Beiden auch genau in dem Metier angekommen, nach dem ihre Musik schon immer klang.
David Koresh war ein Sektenführer und selbst ernannter Prophet, der 1993 weltweit in die Schlagzeilen geriet, nachdem US-amerikanische Bundesbehörden dessen Hauptquartier in Waco, Texas nach 51-tägiger Belagerung stürmten. David Koresh, 54 Erwachsene und 21 Kinder kamen dabei zu Tode.
The Indelicates schultern die Verantwortung für dieses Konzeptalbum jedoch nicht allein, sondern haben u.a. mit Jim Bob (Carter USM), The Vessel (Davd Devant And His Spirit Wife) oder diversen Mitgliedern von Luxembourg zahlreiche Gastmusiker eingeladen.

Zwei Alben stehen also bereits in meiner Sammlung, das neuste, lang angekündigt kam nun unlängst dazu. Und wie ist es?

Völlig anders jedenfalls als alles vorherige. Die Texte waren ja schon immer kritisch (gesellschaftlich, politisch und künstlerisch gesehen) und beißend vor Satire, aber die Musik dazu im allgemeinen extrem eingängig, ja geradezu poppig und leichtfüßig. Doch das neue Werk ist sehr schwerfällig, träge und voller Bitterkeit. Es hat den Blues. Aber das darf nicht verwundern, ist doch Texas wichtige Inspirationsquelle (und diente als Studio) des Albums.

Man kann nicht davon sprechen, dass das Album amerikanisch klingt, aber viele Anleihen bei Westernmusik – sagt man so? Mir fehlt dafür die richtige Umschreibung – sind herauszuhören.

Man kann guten Gewissens davon sprechen, dass die Indelicates sich treu geblieben sind: sie haben sich wieder einmal neu erfunden!
(der impuls)





"I Am Koresh" Video

Musikalisch hat sich die Band auf ihrem neuesten Album David Koresh Superstar sehr gewandelt. (...) Hinzugekommen sind dabei auch neue musikalische mysteriöse Töne wie in The Woman Clothed With the Sun und Klangspiele, die dem ganzen einen orientalischen Touch geben. Weg ist der Eindruck vom Steampunk, geblieben sind die nachdenklichen Texte. Dafür versprüht The Road from Houston to Waco den Hauch von Country Musik. Dieser Song erzählt die Geschichte des Sektenführers gut und eingängig.

Meiner Meinung nach, setzen The Indelicates die Geschichte auch ganz gut um. Allerdings verliert die eigentlich tragische Geschichte in manchen Liedern ihre Dramatik und lässt die Zuhörer etwas auf der Strecke bleiben. Für mich ist das zum Beispiel der Fall im Song What If You’re Wrong, in dem Koresh wohl Zweifel an sich selbst haben soll.

Mit ganz vorn dabei ist der Song I Am Koresh, der entschieden ins Ohr geht, und eine Album-Version von I Don’t Care If It’s True, die bereits in anderer Form auf dem vorangegangenen Album war. Dieses Mal gibt es eine größere Klangvielfalt, mehr Instrumente, also mehr für die Ohren. Mir persönlich gefiel die Bonus-Track-Version wesentlich besser, da sie meines Erachtens die Traurigkeit des Songs besser hervorhebt. Daher ist das Lied auch entschieden mein Lieblingsstück von The Indelicates.
(musikgraph.de)

3 Kommentare:

U. hat gesagt…

Petze!!!

Dirk hat gesagt…

Musical und Indelicates, das passt. Indelicates und ich, das passt nicht.

5 Punkte

noplace hat gesagt…

gehört zu den enttäuschendsten veröffentlichungen dieses jahres.

4 Punkte