Donnerstag, 30. Juni 2011

Frank Turner - England Keep My Bones



Einen meiner ersten Kontakte mit der Musik Frank Turners hatte ich an dem Tag, an dem ich vierzig Jahre alt wurde. An diesem Tag bekam ich nämlich dieses Video "geschenkt":



Seit eben diesem Tag bin ich Frank Turner verfallen. Seiner Musik, seiner Stimme, seinen Texten, seiner Energie. Love Ire & Song, das Album, auf welchem obiger Song enthalten ist, gehört zu meinen meist gehörten Platten der letzten Zeit. Ebenfalls ein Highlight dieses Albums ist Reasons Not To Be An Idiot, zu dem es zwar ein offizielles Video gibt, das aber mit der Energie seines Live-Auftritts nicht ganz mithalten kann. Darum diese Version:



Frank Turner, der bis 2005 in der Punk-Band Million Dead spielte, ist wahrscheinlich mehr auf Tour, als zu Hause. Unterwegs ist er mit The Gaslight Anthem, Social Distortion oder Chuck Ragan. Letzterer wollte ihn auch unbedingt auf seiner jährlich stattfindenden Revival Tour dabei haben (die zum Beispiel am 12. Oktober in Köln halt macht), aber Frank Turner ist dann -natürlich- selbst noch auf Tour und musste absagen. Termine für Clubgigs in Deutschland gibt es noch nicht, aber Ende des Jahres sollen welche folgen.

Und damit zur aktuellen Platte: England Keep My Bones ist Frank Turners viertes Studioalbum und stark vom Dauertouren beeinflusst, wie er in einem Interview verrät:

Weil ich so wenig Zeit in England verbringe, denke ich abstrakter und philosophischer über meine Kultur und wo ich herkomme nach. Außerdem bekomme ich ab und an Heimweh. Ich bin ja in England aufgewachsen. Es ist echt verrückt, wenn du jung bist, denkst du dir: Oh Mann, ist das scheiße hier. Aber wenn du andauernd in anderen Ländern unterwegs bist, vermisst du es. Die englische Landschaft und solche Sachen. Also: Ja. Diese Besessenheit als ich die Platte aufgenommen habe, kommt vom vielen Touren. (laut.de)


Traditionelle irische Töne werden verknüpft mit kritischer Historie, endlich lässt er wieder BILLY BRAGG Assoziationen zu und vor allem traut er sich mit dem melancholischen, teils wütenden und auch ironischen politischem Unterton auf neues Terrain. Das dürfte im ersten Moment selbstverständlich schwer zugänglich erscheinen, macht sich aber im weiteren Album-Verlauf Luft und spielt sich frei in ein Album voll Überraschungen und Spielfreude. [...] Und während "I Am Disapeared" einer der leidenschaftlichsten Songs TURNER's ist, "Redemption" der wohl traurigste, "English Curse" der wohl merkwürdigste und "I Still Believe" das wohl größte "JA" zum Rock'n'Roll ist, betritt er mit "Nights Become Days" dank klassischer Instrumentierung musikalisches Neuland und textlich ein höchst persönliches Niveau. (allschools network)


Das wohl größte "JA" zum Rock'n'Roll (und auch hier greife ich auf eine Live-Aufnahme zurück):



"And I won't sit down/ And I won't shut up/ And most of all I will not grow up". Möget Ihr auch so tolle Songs zu Eurem 40. bekommen!

6 Kommentare:

noplace hat gesagt…

ist besser als der enttäuschende vorgänger. aber "love ire & song" bleibt weiterhin das beste album turners.

Volker hat gesagt…

Erstaunlich. Ich fand "Poetry..." mindestens genauso gut wie "Love..." und beide im 7,5-8er Bereich. Das neue Album habe ich noch nicht, warte auf die LP.

Olly Golightly hat gesagt…

8 Punkte

Volker hat gesagt…

Ich finde beide Vorgänger besser, was nicht heißt, dass er hier schlecht ist

7

Dirk hat gesagt…

Billy Bragg gibt es doch schon!

5,5 Punkte

noplace hat gesagt…

7 Punkte