Samstag, 5. März 2011

Asobi Seksu - Fluorescence



















Auf "Rewolf" (2009) überraschten Asobi Seksu ihre Fans noch mit rein akustisch gehaltenen Versionen der Songs aus ihren Alben "Citrus" (2006) und "Hush" (2009).

Auf "Fluorescence" gehen Yuki Chikudate (Gesang, Keyboards) und James Hanna (Gitarre, Gesang) nun in die entgegengesetzte Richtung, lassen die Gitarren größtenteils in der Ecke stehen und setzen zwischen Chikudates kieksig-hoher Stimme und polternden Drumsounds auf großflächige Synthie- und Orgel-Sounds. Von Shoegaze ist nur noch ein Hauch zu spüren, etwa im Refrain von "Perfectly Crystal" , wenn die Gitarren ordentlich aufgeschichtet werden, das Wörtchen Dream darf noch vor Pop gesetzt werden ("Ocean"), wird jedoch dort phasenweise durch ein J ersetzt ("Trance Out").
Als Anspieltipps verbleiben, neben "Perfectly Crystal", die druckvolle erste Singleauskopplung "Trails" (zumindest die verdient einen Kevin Shields-Gedächtnispreis) und das fast 7minütige "Leave The Drummer Out There", welches das Schlagzeug eindrucksvoll vorweg marschieren lässt:



Beim Blick auf das Cover muss man unweigerlich an 4AD und deren Designer Vaughan Oliver denken, noch interessanter wird es, wenn man die Platte heraus zieht, denn über Polyvinyl Records erscheint "Fluorescence" in einer auf 1500 Stück limitierten Version in 180 Gramm schweren, pinken Vinyl.

Generell kann man Asobi Seksu ist die Reihe der Shoegaze-Musiker einordnen inklusive Dream-Pop-Elementen, welche sich erst durch die drei vorherigen Alben entwickelte. Aber nochmal zurück zu dem elektronisch angeregten Zustand: Asobi Seksu vermitteln genau das auf “Fluorescence”. Kurzzeitige Spannungen und elektrisierende Momenten, die sich kurz darauf beruhigen und ganz sanft und verträumt daher kommen.
Gesungen wird mal auf japanisch, mal auf englisch.”Trails” ist dann der Ausnahme-Hit auf der Platte, stimmlich sehr an Mieze von der deutschen Band Mia erinnernd. “My Baby” dagegen weckt alte Erinnerungen an das Gedudel von Jahrmärkten.
Auf allen Songs wird die Stimme von Sängerin Yuki Chikudate durch die enorme Benutzung von Effekten und Klangflächen oft verschleiert, bis wir zum Teil nur noch eine fiebsige Stimme wahrnehmen.
Insgesamt wechseln beim Zuhörer oft die Meinungen zu “Fluorescene”: mal sind manche Songs genial und machen unglaublich viel Spaß beim Hören (Trails, In My Head, Sighs, Pink Light), manchmal ist das hohe Stimmchen zu anstrengend und die Songs insgesamt untereinander zu ähnlich. Somit passt auch wieder der Titel der CD: nach anfänglicher Begeisterung und Aufgeladenheit revidiert sich die Meinung und man sucht sich seine Lieblingslieder, wobei man den anderen Songs nur noch selten die Gelegenheit gibt, positiv in Erinnerung zu bleiben.
Für alle Shoegaze-Fans, die den raschen Wechsel von Stimmungen und Kraft in den Songs mögen, könnte das Album aber ziemlich durchschlagen!
(bedroomdisco.de)

2 Kommentare:

E. hat gesagt…

6,25

Dirk hat gesagt…

Leider nicht deren beste Platte...

6 Punkte