Mittwoch, 19. Januar 2011

Sarsaparilla – Everyone here seems so familiar

cover 

Sarsaparilla” ist der englische Ausdruck für Stechwinden. Verschiedene Getränke wurden und werden aus dieser Zutat hergestellt. Yosemite Sam bestellte es gerne und in Europa wurde es vor vielen Jahren als Mittel gegen Syphilis verwendet.

Sarsaparilla ist aber auch der Name einer Band aus Berlin, die sich laut Myspace dem Genre “Andere / Folk” verschrieben hat und auf dem Album “Everyone here seems so familiar” nicht minder vielseitig erscheint als die Verwendung der oben genannte Pflanze.

Hinter der Band steckt der gebürtige Amerikaner und Wahlberliner Brandon Miller. Als musikalische Einflüsse nennt er Led Zeppelin, die Pixies, Tom Waits, Radiohead und Beethoven. Letzteren hörte ich auf dem Album nicht heraus, dafür aber Damien Rice und Gomez. Melancholische Singer/Songwriter-Nummern machen den Großteil der Songs auf “Everyone here seems so familiar” aus. Hin und wieder wird Miller aber experimentierfreudig. Das stört vielleicht etwas die Grundstimmung des Albums, sorgt aber für Abwechslung. Und so ein paar Rock- und Indiefolksongs oder ein Trompetensolo hat bislang selten einem Album geschadet.

Seit 2006 ist Miller musikalisch aktiv. Vier Platten hat er bereits in Eigenregie fabriziert. Mir scheint viele der dort erprobten Ideen wurden auf “Everyone here seems so familiar” zusammengeführt. Vielleicht könnte etwas Fokussierung das Album noch “zwingender” machen und noch weiter unter die Haut gehen. Aber vielleicht macht auch gerade die Abwechslung den Reiz aus. Mein endgültiges Urteil steht noch aus. Bei den ersten Durchläufen fühlte ich mich sowohl unterhalten als auch berührt.

Weitere Meinungen zu Singer-/Songwriter-/Folk-Alben suche ich natürlich immer zuerst bei “Reflections of darkness”:

In so many ways they evoke remote and urban parts of America, but his European fascination seeps in to it too - there is a dark knowing melancholy that is bubbling in the blood soaked soil of Europe’s countless tragedies; a fusion of places he’s been, seen and experienced is vividly transcribed into deeply ruminative and emotive music. The comparison that comes to mind here is RAY LaMONTAGNE, except Miller’s music is quieter and less “showy” and less chorus driven too.

Wer auf einen visuellen Eindruck zum Album besteht, kann diesem Drang mit diesem Live-Video nachkommen.

Im “Grünen Salon” in Berlin wird am 21.01.2011 die Veröffentlichung des Album gefeiert.

1 Kommentare:

Christoph W. hat gesagt…

Gute Platte - vor allem vielschichtiger und abwechslungsreicher als bei vielen anderen Musikern aus dem Singer/Songwritergenre...

6,5 Punkte