Turin Brakes - Outbursts
















Keine Angst, so richtig bricht es aus Olly Knights und Gale Paridjanian natürlich nicht heraus. Auf ihrem mittlerweile fünften Album "Outbursts" setzen die Turin Brakes wieder vermehrt auf akustische Gitarren und das, was sie früher unter "Quiet is the new loud" firmieren ließ und ihnen einige Nennungen bei unserer Wahl zu den besten Platten der letzten Dekade einbrachte: Ihr Debüt "The Optimist LP" landete letztendlich auf Rang 57.
Die Rückkehr zu den eigenen Ursprüngen war eine gute Entscheidung, denn die Zeiten, in denen sie mit Kings Of Convenience oder Elbow in einem Satz genannt wurden, waren leider längst vorbei. Wenn man ehrlich ist, muss man konstatieren, dass die Veröffentlichung ihrer letzten gute Platte ("Ether Song") bereits 7 Jahre zurück lag und dass die letzten Alben eher drögen Softrock boten. Neben sehr gelungen Songs ("Sea Change", "Mirror", "Rocket Song", "Will Power"), die sich alle auf der ersten Albumhälfte befinden und dem kürzlich erschienen Best-Of "Bottled At Source" noch gut getan hätten, finden sich auf "Outbursts", dem im weiteren Verlauf leider die "Puste ausgeht", aber auch einige Langweiler ("Never Stops", "The Letting Down").





"Sea Change" Video

An vorderster Front sticht eines der herzergreifendsten Stücke Pop, das Knights und Paridjanian vielleicht jemals geschrieben haben, heraus: der "Rocket song". Selten war eine Uptempo-Nummer der Briten so warm, umarmend und hymnisch, ganz ohne weitere Hintergedanken oder eine düstere Falltür. In einer ähnlichen Spur fährt "Radio silence", der wohl den ersten Quasi-Noise-Ausbruch in der Bandgeschichte bietet. Der Song beginnt gelassen und ruhig und flüchtet sich einen unaufgeregt melancholischen Refrain. Eben so, wie man es von den Turin Brakes gewohnt war und ist. Und just, wenn man erneut das übliche Refrain-Strophe-Schema erwartet, platzt "Radio silence" für einen kurzen Moment aus allen Nähten. Die Überraschung sitzt.

Aber natürlich greifen auch einige der stilleren Stücke wie "Paper heart" oder "The invitation", die in sich selbst zu ruhen scheinen und denen die böse Welt da draußen nichts anhaben kann. (...)
Es ist gut, es ist schön, es eignet sich hervorragend zum Nebenbeihören. Für den ganz großen Wurf allerdings mangelt es dann doch an ein paar Einfällen und der letzten Konsequenz. Aber bloß nicht aufgeben, denn "Outbursts" deutet an, dass da immer noch Einiges im Köcher ist. Sie müssen nur wollen.
(plattentests.de)


Turin Brakes in Deutschland:
12.04.10 Hamburg, Knust
15.04.10 Berlin, Magnet
20.04.10 Frankfurt, Brotfabrik
21.04.10 München 59:1

Kommentare:

Dirk hat gesagt…

Nach gutem Anfang deutlich nachlassend.

6 Punkte

Ingo hat gesagt…

Ja, der Beginn erinnert mich daran, warum ich die Turin Breaks mal sehr mochte. Und im Verlauf des Album merke ich, warum ich sie nicht mehr soooo toll finde. 6 Punkte

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