Klee - Berge versetzen




Platten vor Gericht interviewt Christoph von Konzerttagebuch.de zu „Berge versetzen“, dem neuen Album von Klee.



Christoph, du bist nach Ralf aus Bielefeld, der größte uns bekannte Klee-Fan - warum eigentlich?

Weil er ihnen nachreist, 200 Konzerte gesehen hat (190 mehr als ich) und dieser Band Aufmerksamkeit und Zeit zuwendet, die ich nie einer einzelnen Gruppe widmen mögen würde.



Warum können sich vielleicht Leute, die bisher keinen Gefallen an Klee gefunden haben, an „Berge versetzen“ erfreuen?

Nicht einfach... Es gibt verschiedene Gründe, bisher keinen Gefallen an Klee gefunden zu haben:
1) man kennt Klee, mag sie aber nicht – dann könnten die ruhigeren, reiferen Popsongs der neuen Platte zu einer Meinungsänderung beitragen.
2) man kennt Klee, ist aber Musikjournalist und kann die Band daher nicht gut finden – vielleicht könnte da eine Umbenennung der mp3-Dateien helfen, ansonsten fürchte ich, daß man nicht zueinander finden wird
3) man kennt Klee nicht, findet deutsche Musik aber unhip – sorry, can’t help
4) man kennt Klee nicht näher, mag aber Suzie nicht – das kenne ich. Ich habe auch ewig keine Filme mit Julia Roberts gucken wollen, bis ich meine Abneigung ihr gegenüber abgelegt habe und gemerkt habe, daß ich ein paar gute Filme verpasst habe
5) man fand das letzte Album zu wenig elektronisch – dann sollte man mal in Oh Oh, Die Königin oder vor allem 2 Herzen reinhören



Und worauf können sich Fans besonders freuen?

Zum Beispiel auf 2 Herzen, einen Hit im Stil von Erinner Dich; auf zwei wundervolle Duette, die von den Stars kommen könnten, und sonst auf schönen, intelligenten deutschen Pop.



Kulturnews schreibt

„Zu oft aber vergreift sich die Band diesmal im Arrangement. Mit Streichern und Elektronik aufgeblasene Songs wie Du und ich oder Weine nicht schielen zu deutlich auf jene Fans, die Juli oder Silbermond zu Erstligisten machten.“

Was sagst du dazu?

Da kommt Glockenspiel vor! Wie kann man also an den Arrangements Kritik üben? Natürlich sind einige Songs intensiver arrangiert, das schadet ihnen aber nicht. Die Deutung, die Band ziele auf die Hörer von Juli oder Silberdings, ist allerdings falsch. Ginge es bei der Platte um den schnellen Charterfolg, hätten Klee Gastsänger wie Udo Lindenberg oder Nena eingesetzt. Überlegungen dazu gab es. Man wollte sich aber (journalistendeutsch) treu bleiben und hat das bei den Duetten zum Beispiel bandintern gelöst. Leider wird Klee wohl nie massentauglicher als Platz 15 der Charts (mit großem Werbeetat des Majorlabels) werden, sollte sich der Durchschnittsgeschmack des deutschen Musikhörers nicht deutlich ändern.



Vervollständige bitte die beiden folgenden Sätze:

Das neue Album ist für alle, die....

...gerne ihre englischen und kanadischen Lieblingsbands mal auf Deutsch singen hören würden.

Die Band müsste eigentlich über den grünen Klee gelobt werden, weil....

... weil sie wundervolle Popsongs schreiben – weil sie das endlich verdient haben – weil ich mir keine nettere Band vorstellen kann – aber was soll der Konjunktiv in der Frage?



Und zum Abschluss noch die Möglichkeit zur Eigenwerbung: Wie war denn vor ein paar Tagen das Fankonzert in der Kölner Kulturkirche?

Wenn ich endlich den Bericht geschrieben habe, ist das hier vollkommen objektiv beschrieben.



„Zwei Herzen“ Video

„Berge versetzen“ (elektronische Presse Kit)

Kommentare:

Ingo hat gesagt…

Schöner Beitrag!

Volker hat gesagt…

und trotzdem das erste Album von Klee, das mich nur bedingt packt...
6,5

Dirk hat gesagt…

Ich versuche es immer wieder, aber mit mir und Klee wird das wohl nichts mehr. So stelle ich mir ein Album von Rosenstolz vor, nur noch schlimmer.

4 Punkte

Olly Golightly hat gesagt…

Von mir kommen 7,5 Punkte. Und Rosenstolz haben dieses Jahr doch auch ein neues Album veröffentlicht...

Ingo hat gesagt…

Mein 5,5 Punkte Tag

Christoph hat gesagt…
Dieser Kommentar wurde vom Autor entfernt.
Christoph hat gesagt…

8

axelu hat gesagt…

8

Dennis hat gesagt…

3,0

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